
Bonifaz Wöhrmüller OSB, Abt: Das königliche Gebot
„Das größte aber ist die Liebe“ (1. Kor. 13, 13)
Die Liebe ist so alt wie die Menschheit und hat schon zu den Herrlichkeiten des Paradieses gezählt. Auch außerhalb der Paradiestore, selbst unter den wildesten Völkern, ging sie niemals ganz verloren. Sie wurde nur eingeengt, abgeschwächt, ins Natürliche herabgezogen und lebte, wenigstens als Gatten- und Kindesliebe, als Freundes- und Verwandtenliebe, als Mitleid und natürliche Herzensgüte weiter; was aber ganz verloren ging, das war die rechte Erkenntnis vom Wert und Rang der Liebe.
Inhaltsverzeichnis
Der Liebe Art und Wesen:
Vom Rang der Liebe S. 7
Vom Wesen der Liebe S. 12
Von der Liebe Art und Grad S. 16
Gedanken der Liebe S. 20
Worte der Liebe S. 26
Taten der Liebe S. 31
Gelegenheiten zur Liebe S. 35
Lieblose Liebe S. 39
Feinde der Liebe:
Selbstsucht S. 45
Habsucht S. 49
Zorn S. 53
Rachsucht S. 57
Groll S. 60
Abneigung S. 64
Hass S. 68
Neid S. 71
Schadenfreude S. 76
Bosheit S. 80
Sinnlichkeit S. 84
Gaben der Liebe:
Rücksichten S. 89
Gefälligkeiten S. 93
Zuvorkommenheit S. 96
Hilfe in der Not S. 100
Almosen S. 103
Trost S. 107
Friede S. 111
Freude S. 115
Seelsorge S. 119
Gebet S. 124
Achtung S. 129
Vertrauen S. 132
Ehrerbietung S. 136
Lob S. 141
Tadel S. 145
Harmloser Scherz S. 148
Schweigen S. 151
Menschen:
Die „Nächsten“ S. 163
Mann und Frau S. 167
Kinder S. 171
Eltern S. 175
Geschwister S. 179
Freunde S. 184
Die Dienenden S. 189
Die Armen S. 194
Die Reichen S. 199
Die Herrschenden S. 203
Lästige Menschen S. 206
Rechthaberische S. 210
Kranke S. 214
Sünder S. 218
Feinde S. 222
Volksgenossen und Ausländer S. 230
Andersgläubige S. 233
„Die Menschen“ S. 237
Belohnungen der Liebe:
Freude S. 247
Weisheit S. 251
Leben S. 254
Gegenliebe S. 258
Gottes Liebe S. 262
Gottes Nachsicht S. 266
Der Himmel S. 270
Wege zur Liebe:
Heiliges Streben S. 277
Erziehung S. 283
Anlagen S. 288
Die Religion der Liebe S. 292
Gnade S. 296
Vorbilder der Liebe:
Christus S. 303
Die Mutter Gottes S. 304
Apostel S. 305
Tabitha S. 307
Die Römerin S. 308
Die Väter der Wüste S. 309
Der Heilige von Assisi S. 310
Elisabeth von Thüringen S. 311
Philipp Neri S. 312
Die heilige Theresia S. 314
Vinzenz von Paul S. 316
Der sanftmütige Heilige S. 317
Kleine Züge S. 319
Bonifaz Wöhrmüller OSB: Frohe Botschaft – Ein Büchlein vom guten Willen
Einleitung S. 5
Am ersten Tag des Kirchenjahres, wenn wieder die Gedanken sich der nahenden heiligen Nacht zuwenden und die Adventgocken schon eine Vorahnung weihnachtlicher Seligkeit ins Christengemüt hineinläuten wollen, da verliest die Kirche auf allen Altären des Erdenrunds das Evangelium vom jüngsten Gericht. Wir hatten für diesen Tag uns wohl etwas ganz anderes erwartet, etwas Liebliches, Kinderseliges, Silbernklingendes, und nun diese fernher kommenden Tubatöne des Weltgerichts!
So sollten wir denn gleich am Eingang der Weihnachtszeit mit allem Nachdruck daran erinnert werden, dass das fleischgewordene Wort Gottes auf ein Echo wartet: auf eine Antwort und Verantwortung der Menschheit. Die Seligkeit, die uns der Heiland der Welt gebracht, all diese irdische und himmlische Weihnachtsseligkeit soll nicht nur im Nehmen sondern auch im Geben bestehen. Gott ist in die Welt gekommen, nicht nur um zu schenken, sondern auch um zu fordern.
Aber freilich auch in seinen Forderungen spiegelt sich jenes Wesen Gottes wieder, dessen Reichtum und Fülle der Mensch niemals mit einer einzigen Auffassung erfassen, niemals mit einem einzigen Begriff begreifen kann und das, jener geheimnisvollen Wolke im Alten Bund gleich, für den menschlichen Blick immer ein Zweifaches, sich scheinbar Widersprechendes ist: Heiligkeit und Dunkel zugleich, furchtbarer Ernst und ergreifende Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.
Auch das, was der menschgewordene Gott von uns verlangt, ist ein Gebot der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zugleich, etwas Großes und doch so bescheiden, ist schwer und leicht zugleich, ein Vielfaches und doch nur ein Einziges. Ein Großes und Vielfaches und Schweres: denn wir sollen ja so mancherlei Gebote Gottes und der Kirche halten, sollen zahlreiche Pflichten erfüllen und sollen mannigfachste Tugenden üben. Und doch ist`s auch wieder nur ein Einziges, was Gott von uns heischt, und alles andere lässt er in diesem enthalten sein und nimmt alles andere mit diesem als empfangen an.
Dieses notwendige Eine aber heißt: Guter Wille. Da Christus als die sichtbar gewordene Heiligkeit und Güte Gottes diese Welt betritt, da fordert er von denen, die nun von allen Enden der Erde nach Bethlehem herbei pilgern, nur eines: guten Willen. Oder hört ihr nicht das Evangelium, das in der ersten aller Christmetten die Engel von Bethlehem als die Diakone der göttlichen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verkünden: ‚Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!‘ (Luk. 2, 14)
1. Kapitel: Was der gute Wille ist S. 7
2. Kapitel Von den Merkmalen eines guten Willens S. 13
3. Kapitel Vom Entstehen und Vergehen des guten Willens S. 21
4. Kapitel Vom Lohn des guten Willens S. 28
Bildquellen
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