
Vorwort
In der Eben von Sichar stand der göttliche Missionar. Sein Blick ruhte auf den wogenden Ährenfeldern. Er sah in ihnen ein Bild des großen Weltenackers Gottes.
Vor Jesu Seelenauge wogte die Menschheit aus allen Nationen und Zeiten vorüber: ein unübersehbares Erntefeld für die Scheunen des Himmels oder für die Scheunen der Hölle.
Sein Erlöserherz erzitterte bei diesem Anblick vor Heilsverlangen nach den Menschenseelen, und er sprach zu seinen Schnittern, den Aposteln: „Erhebt eure Augen und betrachtet die Felder, die bereits zur Ernte reif sind! Wer erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht fürs ewige Leben, dass sowohl der Säende sich freut als der Erntende.“ (Joh. 4, 35 u. 36)
„Und Jesus zog umher durch alle Städte und Flecken, indem er in den Synagogen lehrte und das Evangelium vom Reich predigte und jegliche Krankheit und jegliches Siechtum heilte. Und als er die Volksscharen sah, ward er von Mitleid gerührt; denn sie waren geplagt und lagen danieder wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: ‚Die ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.‘ (Mt. 9, 35-38)“
Was würde Jesus zu uns sagen, den Nachkommen der Apostel, wenn er heute, nach 1900 Jahren, wiederkäme und unseren Blick hinlenkte auf den ungeheuren Seelenacker der heidnischen Welt, auf die 1000 Millionen unsterblicher Menschen, die neben uns auf der Erde leben, aber noch nicht kennen den dreieinigen Gott und den er gesandt hat, Jesus Christus? Würde er nicht viel eindringlicher noch uns zurufen:
„Erhebt eure Augen und eure Herzen! Vergesst eure kleinen und selbstsüchtigen Anliegen! Ergreift die Missionssichel, denn die Völkerernte ist reif, überreif und harrt der Schnitter! Die Stunde der Entscheidung naht. Der Sieg des wahren Gottesreiches in der Welt und dasHeil von einer Milliarde Menschenseelen ist in eure Hand gelegt. Das ist eure Aufgabe; ist die nicht heiliger und dringender als jede andere?“
Alle Männer, deren Auge für die gegenwärtige Weltlage offen ist, versichern, dass wir in einer hoch bedeutsamen Zeitepoche leben. Dies neue Jahrhundert, ja die nächsten Jahrzehnte voraussichtlich schon werden darüber entscheiden, ob die Welt größtenteils katholisch wird oder dem Irrglauben und Islam verfällt. Es ist die Pflicht der katholischen Kirche, ihre äußersten Kräfte anzuspannen, um die Heidenwelt für den wahren Glauben zu gewinnen.
Zugleich aber sieht diese Kirche sich hier in unserer Heimat von einer geistigen Revolution umgeben, die ihr einen Riesenkampf aufdrängt für die Glaubensgüter und Sittengesetze, deren Obhut Gott ihr anvertraut hat. …
Inhaltsangabe
I. Stiftung der katholischen Heidenmission
1. Jesu letzter Wille S. 1
Des Meisters Testament S. 2
Eröffnung des Testamentes Jesu S. 3
Siehe, ich bleibe bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt S. 8
Ein schöner Schlussakkord S. 10
2. Der Missionsbefehl S. 11
Die Religion Jesu ist für alle Menschen S. 11
Das Christentum ist eine Missionsreligion S. 14
Die Stiftungsurkunde der Mission S. 15
II. Missionsgeist im Geiste Jesu
1. Die Apostel und der letzte Wille Jesu S. 19
Beim göttlichen Lehrer S. 19
Mahnungen vom Himmel her S. 21
Apostolische Pflichttreue S. 23
2. Die katholische Kirche und der letzte Wille Jesu S. 26
Die Alleinerbin Jesu S. 27
Der alleinseligmachende Charakter S: 29
Der fortlebende Christus S. 31
Katholische und protestantische Missionstätigkeit S. 33
Die Mission ist ein Wahrheitsbeweis der Kirche S. 38
Wichtige Folgerungen S. 39
III. Das Papsttum und Jesu letzter Wille
Rom und die Missionsaufgabe S. 45
Das Papsttum in der neuen Missionsgeschichte S. 48
Der Papst als Prinzip der Einheit der katholischen Missionsbewegung S. 53
Petrus, liebst du mich mehr als diese? S. 55
IV. Die Ziele der katholischen Weltmission
Die Ehre des Allerhöchsten S. 58
Christus König aller Völker S. 63
Die Sehnsucht der Menschheit S. 69
Der Segen der Mission für die Heidenwelt S. 73
Unser Missionssegen S. 80
Die Schule des Idealismus S. 86
V. Die Herrlichkeit des katholischen Missionsdienstes
Der Heiland der Welt S. 91
Der eucharistische Missionar S. 95
In der Kraft des Heiligen Geistes S. 102
Maria und der letzte Wille Jesu S. 118
Der Gefangene Christi S. 118
Missionsland – Heldenland S. 123
Um des Himmelreiches willen S. 131
VI. Jesu letzter Wille in unseren Tagen
Die ganze Welt steht uns offen S. 139
Der Weltverkehr jetzt und früher S. 141
Unser Reichtum und unsere Wissensmacht S. 146
Die Stunde der Entscheidung S. 152
VII. Unsere Missionspflicht und Missionsmittel
Wer soll diese Opfer bringen? S. 157
Größe der Aufgabe S. 160
Woher die vielen Missionare nehmen? S. 162
Die katholische Jungfrau im Missionsdienst S. 166
Die Kosten der Weltmission S. 170
Die Missionsunterstützungen S. 171
Missionsverständnis ist der Weg zur Missionshilfe S. 175
Nur nicht so furchtsam, ihr Kleingläubigen! S. 180
Doch der Segen kommt von oben S. 187
VIII. Jesu letzter Wille und – ich!
Die katholische Gemeinde und Jesu letzter Wille S. 191
Die Bischöfe und Jesu letzter Wille S. 195
Die Priester und Jesu letzter Wille S. 197
Die Ordensleute und Jesu letzter Wille S. 200
Die Schule und Jesu letzter Wille S. 202
Die Studierenden und Jesu letzter Wille S. 206
Die katholischen Vereine und Jesu letzter Wille S. 209
Die katholische Jugend und Jesu letzter Wille S. 210
Die Kinder und Jesu letzter Wille S. 213
IX. Schluss
Der Missionsdienst und die Freude S. 215
Anhang S. 219
Register S. 222
Bildquellen
- fraessle-vergesst-uns-arme-kinder-nicht-2: © https://wahrerglaube.info