Die Gottlosigkeit der Heiden und ihre Laster

Der katholische Theologe und Bibelübersetzer Joseph Franz von Allioli (1793-1873)

Der Römerbrief des heiligen Apostels Paulus 1. Kapitel Vers 1-12

Paulus spricht von seinem Beruf zum Apostel des Evangeliums

und anschließend über die Gottlosigkeit der Heiden

Paulus spricht von seinem Beruf zum Apostel des Evangeliums. Er bezeigt den Römern seinen Eifer für sie, und geht auf den Lehrsatz seines Briefes über. In der folgenden Abhandlung, dass alle, Heiden und Juden strafwürdig sind und der Gnade bedürfen, spricht er zuerst von der Gottlosigkeit der Heiden, die Gott, obwohl sie ihn erkannten, aber ihm die Ehre nicht geben wollten, in die gräulichsten Laster versinken ließ.

1. Paulus (1) ein Diener Jesu Christi (2), berufener Apostel (3), auserwählt für das Evangelium Gottes (4),

2. welches er zuvor durch seine Propheten in den heiligen Schriften versprochen hatte (5)

3. von seinem Sohn, der ihm aus dem Geschlecht Davids dem Fleiche nach (6) geworden ist (7)

4. der vorherbestimmt war zum Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligung durch die Auferstehung Jesu Christi, unseres Herrn, von den Toten,

5. durch welchen wir (8) Gnade und das Apostelamt (9) empfangen haben, um alle Völker dem Glauben gehorsam zu machen für seinen Namen (10)

6. unter welchen auch ihr seid, Berufene von Jesu Christi,

7. an alle Geliebte Gottes, berufene Heilige, die zu Rom sind. (11) Gnade sei euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesu Christo! (12)

8. Vor allem (13) aber danke ich meinem Gott durch Jesum Christum, (14) für euch alle, weil euer Glaube in der ganzen Welt verkündet wird. (15)

9. Denn mein Zeuge ist Gott, dem ich in meinem Geist durch das Evangelium seines Sohnes diene (16), dass ich ohne Unterlass euer gedenke

10. allezeit in meinen Gebeten und bitte, dass ich doch endlich einmal eine glückliche Reise, nach dem Willen Gottes zu euch zu kommen, haben möge:

11. denn ich sehne mich, euch zu sehen, damit ich euch etwas von geistiger Gabe mitteile, um euch zu stärken (17):

12. das ist, um zugleich bei euch durch wechselseitigem Glauben, den eurigen und den meinigen, getröstet zu werden. (18)

Anmerkungen:

(1) Siehe über den Namen Apostg. 13, 9.

(2) ein geistlicher Amtsdiener Jesu des Messias. Siehe Matth. 1, 1. Auch die Propheten nannten sich in Bezug auf ihr Amt Diener Gottes (2. Mos. 14, 31; Jos 14, 7)

(3) von Jesu Christo selbst (Apostg. 9, 6 u. 15), wie die übrigen Apostel (Luk. 6, 13)

(4) zur Verkündigung desselben.

(5) Siehe Joh. 1, 45: 5, 37 u. 39

(6) seiner menschlichen Herkunft nach.

(7) Siehe Matth. 1, 1. Luk. 3, 23ff. Der nicht bloß Mensch ist, von Maria als Abkömmling Davids geboren, sondern (Vers 4) von Ewigkeit vorherbestimmt war, sich alls wahren Sohn Gottes zu erweisen, durch kräftige Taten (Wunder), durch den Geist eines heiligen Lebens und Wirkens, uns besonders ward als Sohn Gottes in der Kraft … Auferstehung von den Toten, von Jesu Christo unserem Herrn. – Die Worte „der bestätigt wurde“ bedeuten: der als unverkennbar (für die Gläubigen) dargestellt ward. Die Worte „von Jesu Christo“ gehen auf Vers 3 „von seinem Sohn“ zurück.

(8) d. i. wir Apostel.

(9) oder: die Gnade des Apostelamtes (Maldonat).

(10) damit wir alle Völker zum Glauben an Jesum bewegen für Jesum, d. i. zu seiner Ehre, Verherrlichung. Unter Glauben versteht der Apostel die bereitwillige Annahme der in und durch Jesu angebotenen Erlösung.

(11) Hierzu ist das obige „Paulus“ herabzuziehen, Paulus schreibt an alle etc.

(12) Dies ist der Gruß, womit die Briefe beginnen. Paulus wünscht das Beste, was er wünschen kann; denn Gnade ist der Grund alles Heiles und Friede der Endzweck des Erlösungswerkes. Siehe MAtth. 5, Note 9, Luk. 2, Note 14, Joh. 14, 27.

(13) Von hier bis Vers 16 reicht der Eingang des Briefes, worin der Apostel seinen Eifer für das Heil der Christen zu Rom bezeugt.

(14) damit er als Mittler meinen Dank zum Vater bringe (Origenes). Oder: Ich danke Gott, dass Jesus Christus, von dem alle Gaben kommen, euch gläubig gemacht hat (Ambrosius).

(15) in der ganzen Christenheit. Glaube ist die bereitwillige Annahme des Evangeliums, die sich äußerlich offenbart durch heiligen Wandel.

(16) dem ich durch treue Befolgung des Evangeliums und Verkündigung desselben auf geistige Weise, nicht durch jüdische Zeremonien, sondern im Geist und der Wahrheit diene (Orig.., Chrys., Theoph.) Vgl. Joh. 4, 23.

(17) damit ich euch Lehren, heilsame Vorschriften mitteile zu eurer Befestigung in der christlichen Gesinnung (Justinian).

(18) um durch die gegenseitige Mitteilung der gemeinschaftlichen christlichen Gesinnung ermuntert, erbaut, gestärkt zu werden. Der Apostel steigt demütig von der Höhe eines Apostels herab und stellt auch sich unter die Trost- und Stärke-Bedürftigen. Im Griech.: Das ist, um uns untereinander durch gegenseitigen etc.

Anmerkung: Es folgt dann die Abhandlung, dass alle, Heiden und Juden strafwürdig sind und der Gnade bedürfen, und spricht über die Gottlosigkeit der Heiden:

Siehe auch die weiteren Texte aus der Heiligen Schrift:

Siehe auch auf katholischglauben.info:

Bildquellen

  • Joseph_Franz_von_Allioli__1: wikimedia | Public Domain Mark 1.0
Sodomie als Strafe der Gottlosigkeit
Warnung des Apostels vor Selbsttäuschung

Suchen