Erklärung der hl. Messe – Judica me und Confiteor

Dom Prosper Guéranger OSB, Liturgiker

Erklärung der Gebete und Zeremonien der heiligen Messe

Erklärung der Messe – Judica me und Confiteor

Unter dem Ordinarium der Messe, ordo missae, versteht man die Gesamtheit der Rubrike und Gebete, welche bei der Darbietung des heiligen Messopfers vorkommen, und deren Disposition nicht wechselt, trotz der Verschiedenheit der Feste, welche die Kirche feiert.

Nur dann kann man sich eine vollständige Vorstellung der Messzeremonien machen, wenn man dabei die feierliche Messe, missa solemnis, oder das Hochamt, zu Grunde legt. Sie ist der Typus aller anderen. So wäre man versucht sich zu fragen, warum der Priester die Epistel auf der einen Seite des Altars und das Evangelium auf der anderen liest; er könnte ja auch in der Mitte stehen bleiben. Das hängt doch nicht eigentlich mit dem Opfer zusammen, und um die Ursache zu erkennen, muss man auf das Hochamt rekurrieren. Der Diakon liest das Evangelium an dem Betpult zur Linken des Altars, der Subdiakon dagegen liest die Epistel an dem Betpult zur Rechten,

Da nun bei der stillen Messe der Priester auch die Funktionen des Diakons und Subdiakons zu erfüllen hat, so geht er dabei auf die Stelle, welche diese beim Hochamt einnehmen. So muss man oft bei den Zeremonien des Hochamtes die Gründe für das suchen, was in der stillen Messe geschieht.

Das Messopfer ist das Kreuzopfer. Wir müssen in demselben Christus erblicken, der ans Kreuz geschlagen ist, und Gott, seinem Vater, sein Blut für usnere Sünden darbringt. Aber wenn das im Allgemeinen richtig ist, so gehen wieder manche Erklärer viel zu weit, wenn sie in den einzelnen Teilen der Messe auch die verschiedenen Umstände der Passion Christi erkennen wollen.

Der Priester geht aus der Sakristei und begibt sich an den Altar, um das heilige Messopfer darzubringen. Er ist, wie die Rubrik sagt, paratus, d. h. mit den heiligen Gewändern bekleidet, und mit dem zur Feier der heiligen Messe erforderlichen Schmuck angetan. Vor dem Altar angekommen macht er die schuldige Reverenz; d. h. wenn in dem Altar das Allerheiligste aufbewahrt wird, so beugt er die Knie; wenn dies nicht der Fall ist, so neigt er nur ehrfurchtsvoll das Haupt. Das bezeichnet die Rubrik mit dem Ausdruck: debita reverentia.

Psalm Judica

Nachdem der Priester das Zeichen des Kreuzes gemacht hat, spricht er die dem Psalm 42. vorhergehende Antiphon: „Introibo ad altare Dei, ich werde kommen zum Altar Gottes.“ Diese Antiphon wird stets am Ende des Psalms wiederholt. Hierauf beginnt er den Psalm: „Judica me, Deus, Schaffe mir Recht, o Gott“, den er abwechselnd mit den Ministranten betet. Dieser Psalm wurde gerade wegen des darin vorkommenden Verses: Introibo ad altare Dei, ich werde kommen zu Gottes Altar, – gewählt; denn diese Stelle macht ihn gerade zur Eröffnung des Messopfers geeignet.

Überhaupt wählt die heilige Kirche die Psalmen stets wegen eines Verses, welcher sich auf das, was sie tut, oder was sie ausdrücken will, bezieht. Dieser Psalm nun stand nicht immer im Missale. Seine Einführung an dieser Stelle rührt von dem heiligen Papst Pius V. Im Jahr 1568 her, ist also noch ziemlich neu. Wenn man den Priester diesen Psalm rezitieren hört, so erkennt man schon am ersten Vers: „Ab homine iniquo et doloso erue me, von dem ungerechten und arglistigen Mann rette mich“ – dass der Priester Christum selbst darstellt und in seinem Namen spricht.

Der Vers, welcher als Antiphon dient, zeigt uns, dass David noch jung war, als er diesen Hymnus zu Ehren des Herrn dichtete. Denn, wenn er sagt, dass er um Altare Gottes kommen werde, fügt er bei: „Ad Deum, qui laetificat juventutem meam, zu Gott, der meine Jugend erfreut“. Er drückt sodann sein Erstaunen aus, dass seine Seele beängstigt sei, aber alsbald beruhigt er sich wieder, indem er auf den Herrn hofft. Der ganze Psalm atmet Freude.

Darum will die heilige Kirche nicht, dass er bei Totenmessen gesprochen werde. Denn da flehen wir um Gnade für eine Seele, die hinübergegangen ist, und deren Los uns Sorge einflößt. Das Gleiche ist in der Passionszeit der Fall, während welcher die Kirche ganz in die Betrachtung des bitteren Leidens ihres Bräutigams versenkt ist und nicht daran denkt, sich über irgendetwas zu freuen.

Dieser Psalm eignet sich noch aus einem anderen Grund trefflich als Eröffnung der Messe, in welcher es sich ja um unseren herrn, der kommen soll, handelt. Wer denn sollte den Völkern geschickt werden, wenn nicht derjenige, der da Licht und Wahrheit ist? David wusste das und ruft gerade in diesem Pslam aus: „Emitte lucem tuam et veritatem tuam“. Und so rufen auch wir mit ihm zu Gott: „Sende dein Licht und deine Wahrheit.“

Wenn der Psalm mit dem Gloria Patri beendet, und die Antiphon wiederholt ist, so erfleht der Priester die Hilfe des Herrn mit den Worten: „Adjutorium nostrum in monine Domini, unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“. Man antwortet darauf: „Qui fecit ceolum et terram, welcher Himmel und Erde erschaffen hat“. In dem vorhergehenden Psalm hat der Priester sein sehnliches Verlangen ausgedrückt, den Herrn, der da Licht und Wahrheit ist, zu besitzen.

Aber wenn er nun die sich eben vorbereitende Begegnung zwischen dem sündigen Menschen und Gott näher erwägt, so empfindet er das Bedürfnis einer Stütze. Gott hat allerdings diese Begegnung gewollt, und er hat es auch so eingerichtet, dass sie nach der Ordnung der Dinge eintreten muss; trotzdem fühlt und begreift der Mensch sein Nichts und seine Unwürdigkeit. Er demütigt sich, er bekennt sich als Sünder, und um sich zu beruhigen, bekreuzt er sich, er erfleht die Hilfe des Herrn und schickt sich hierauf zum Bekenntnis seiner Sündhaftigkeit an.

Confiteor

Die heilige Kirche wendet hier eine von ihr entworfene Formel für das Sündenbekenntnis an, die schon sehr alt ist; man kann sie bis ins achte Jahrhundert verfolgen. An derselben lässt sich weder etwas beifügen, noch etwas weglassen. Sie genießt die Prärogative aller Sakramentalien, dass ihr Gbet die Nachlassung der lässlichen Sünden gewährt, wenn man dieselben bereut. Gott wollte eben in seiner Güte, dass außer dem Sakrament der Buße auch andere Mittel die lässlichenSünden hinweg nehmen könnten, und darum hat er seiner Kirche den Gebrauch der Sakramentalien eingegeben.

Der Priester beginnt also sein Sündenbekenntnis und klagt sich vor allem vor Gott an. Aber er scheint zu sagen: Nicht nur will ich vor Gott meine Sündhaftigkeit bekennen, sondern vor allem, was heilig ist, damit diese alle für mich und mit mir um Gnade flehen. Darum beeilt er sich zu beizufügen: ich bekenne der heiligen, allzeit reinen Jungfrau Maria. Ohne Zweifel hat er nicht die heilige Jungfrau Maria beleidigt, aber er hat vor ihr, in ihrer Gegenwart gesündigt, und dieser Gedanke genügt ihm, um ihn zu bestimmen, sein Bekenntnis auch vor ihr abzulegen.

Er kommt dann zum heiligen Erzengel Michael, so groß und so mächtig, dessen Hut unsere Seelen hauptsächlich im Augenblick des Todes anvertraut sind; er bekennt sich dann auch schuldig vor Johannes dem Täufer, den Christus so sehr geliebt, und der sein Vorläufer war; darauf kommen die Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Gewisse Orden haben auch die Ermächtigung erhalten, den Namen ihres Ordensstifters hier beizufügen. So tun dies die Benediktiner mit dem hl. Benedictus, die Dominikaner mit dem heiligen Dominicus, die Franziskaner mit dem hl. Franziscus usw. Endlich wendet sich der Priester noch an die Anwesenden „et vobis, fratres, und Euch, Brüder“.

Da er sich als Sünder demütigt, so klagt er sich nicht nur vor jenen an, die bereist in der Herrlichkeit Gottes eingegangen sind, sondern auch vor jenen, die noch auf dieser Erde weilen, und ihn hören können. Er sagt aber nicht allein, dass er gesündigt, sondern auch, wie er gesündigt: „in Gedanken, Wort und Werk: cogitatione, verbo et opere“; das heißt in jeder Weise, in welcher der Mensch überhaupt sündigen kann. Er will dann auch sagen, dass er gefallen ist, weil er gewollt; dreimal sagt er: „mea culpa, durch meine Schuld“, und gleich dem Zöllner im Evangelium, drückt er das Gefühl der Zerknirschung dadurch aus, dass er sich dreimal dabei an die Brust schlägt.

Jetzt endlich will er aber auch Verzeihung erlangen, und so kommt er auf alle die bereits verherrlichten Geschöpfe, vor denen er sich angeklagt, zurück, um sie zu bitten, dass sie, wie auch alle gegenwärtigen Brüder für ihn beten sollen. Gelegentlich dieses allgemeinen Sündenbekenntnisses, welches die heilige Kirche eingeführt hat, bemerken wir im Vorübergehen, dass es für jemanden, der in Todesgefahr schwebt, und eine genauere Beichte nicht abzulegen vermag, genügen könnte.

Die Messdiener antworten dem Priester mit einem seiner Botte entsprechenden Wunsch, dem er selbst das Wort Amen beifügt.

Aber auch sie selbst fühlen das Bedürfnis nach Sündenvergebung. Nachdem sie daher im Namen des gläubigen Volkes auf das Sündenbekenntnis des Priesters mit einem Wunsch geantwortet, welcher zugleich die Barmherzigkeit Gottes für den Zelebranten anfleht, sagen sie nun auch ihrerseits das nämliche Sündenbekenntnis wie der Priester, sie gebrauchen dazu auch dieselbe Formel. Nur wo der Priester sich an sie wendet und sagt: et vobis, fratres, ich bekenne … und euch, Brüder, da wenden sie sich an ihn und sagen: „et tibi, pater, und dir, Vater“.

Es ist nicht gestattet, irgendetwas an dem zu ändern, was die Kirche für die Darbringung des heiligen Messopfers angeordnet hat. So dürfen denn auch die Messdiener beim Confiteor nichts anderes sagen als et tibi, Pater, wie hoch auch der kirchliche Rang des Zelebrierenden sein möge. Selbst dem Papst wird einfach respondiert: et tibi, Pater.

Wenn die Ministranten das allgemeine Sündenbekenntnis gesprochen, so tut der Priester für sie dieselbe Bitte, wie sie für ihn; ebenso antworten sie ihm darauf mit dem Wort Amen. Nun folgt eine Art Segnung: »Indulgentiam«, in welcher der Priester für sich und seine Brüder Verzeihung und Nachlassung der Sünden fordert, wobei er sich bekreuzt. Er bedient sich dabei des Wortes: „nobis, uns“, nicht vobis, euch, und nimmt damit an dem gemeinsamen Flehen, das sie zusammen an Gott richten, seinen Anteil.

Damit endigt das Confiteor, und jetzt verneigt sic der Priester von neuem; aber nicht so tief, wie beim Confiteor. Er sagt: „Deus, tu conversus vivificabis nos, o Gott, wende dich wieder zu uns und belebe uns“; worauf die Ministranten antworten: „Et plebs tua laetabitur in te, und dein Volk wird sich in dir erfreuen“. Darauf folgt: „Ostende nobis misericordiam tuam, bezeige uns, o Herr, deine Huld“, „et salutare tuum da nobis, und dein Heil verleihe uns.“

Diese Versikel stammen aus den ältesten Zeiten. Der letzte ist das Wort Davids, welcher im Psalm Benedixisti, Domine, terram tuam (Ps. 84) den Messias erfleht. Da wir die Konsekration erharren, so sind wir genau in derselben Lage, wie diejenigen, welche damals den den Völkern verheißenen Messias erwarteten.

Unter dem Wort misericordiam, das der Priester anwendet, muss man nichr gerade die Huld Gottes verstehen; sondern wir bitten, dass er sich würdige, uns denjenigen zu senden, welcher da seine Huld und sein Heil ist, d. h. derjenige, von welchem das Heil uns kommen wird. Dieser Psalmvers versetz uns plötzlich in die Adventszeit, während welcher wir ohne Unterlass denjenigen erflehten, welcher da kommen soll.

Hierauf bittet der Priester Gott, dass derselbe sich würdige, sein gebet zu erhören. Dann grüßt er das Volk mit den Worten: „Dominus vobiscum, der Herr sei mit Euch“. Es ist gleichsam ein Lebewohl, das er in dem feierlichen Augenblick, da er die Stufen des Altars emporsteigt, an seine Brüder richtet. Wie Moses tritt er jetzt in die Wolke. Im Namen des Volkes antworten ihm die Ministranten: „Et cum spiritu tuo, Und mit deinem Geiste.“

Wenn der Priester sich anschickt, den Altar zu bestiegen, sagt er: „Oremus, Lasset uns beten“, er streckt dabei die Hände aus und faltet sie wieder zusammen. So oft er dies Wort sagt, tut er ebenso. Er schickt sich eben zum Gebet an, und wenn man betet, so streckt man die Hände zu Gott empor, der im Himmel ist, und an welchen man sich wendet. So betete auch unser Herr am Kreuz.

In dem Gebet, das er verrichtet, während er die Stufen hinaufsteigt, spricht der Priester in der Mehrzahl. Denn er steigt nicht allein hinauf. Der Diakon und der Subdiakon gehen mit ihm, sie begleiten ihn, sie unterstützen mit ihren Dienstleistungen.

Der beherrschende Gedanke des Priesters in diesem Augenblick ist der seiner Reinigung. Denn, wie er hervorhebt, er geht in das Allerheiligste, ad sancta Sanctorum. Er bedient sich dieser Form des hebräischen Superlativs, um die Größe der Handlung auszudrücken, die er verrichten will. Darum betet er, dass seine Sünden weggenommen werden, wie er auch für die Ministranten betet.

Und in der Tat, je näher man Gott steht, um so peinlicher fühlt man den geringsten Flecken, welcher die Seele beschmutzt. Der Priester empfindet darum das Bedürfnis, sich noch fortwährend zu reinigen; und darum bittet er Gott. Er hat schon gesagt: »Deus, tu conversus, vivificabis nos«, sowie »Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam«. Aber da er sich Gott immer mehr nähert, so wird sein Herz von Furcht erfüllt, und er bittet um Gnade. Er steigt die Stufen des Altares hinauf, indem er diese Gebet sagt. –

Am Altar angekommen, legt er zuerst seine Hände darauf, dann küsst er ihn aus Ehrfurcht vor den Reliquien der Heiligen, die in demselben eingeschlossen sind. Dabei verrichtet er ein anderes Gebet, in welchem er abermals bittet, dass ihm seine Sünden vergeben werden möchten: „Omnia peccata mea, alle meine Sünden.“ Dies gebet beginnt mit den Worten: „Oramus te, Wir bitten dich“. Er gebraucht auch hier die Mehrzahl. Denn er spricht im Namen aller, welche dem heiligen Messopfer beiwohnen, die alle für den Priester ein Gefühl kindlicher Ehrfurcht hegen müssen, und welche hier alle gedacht werden als mit ihm und für ihn betend.

aus: Dom Prosper Guéranger OSB, Erklärung der Gebete und Zeremonien der heiligen Messe, 1884, S. 1 – S. 13

Anhang

Das Ordinarium der Messe – Psalm Judica und Confiteor

Judica me

Wenn der Priester an den Stufen des Altars angekommen, macht man mit ihm das heilige Kreuzzeichen und spricht:

In nomine † Patris et Filii et Spiritus sancti, Amen.
Introibo ad altare Dei.

Ad Deum, qui laetificat juventutem meam.
Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta; ab homine iniquo et doloso erue me.

Quia tu es, Deus, fortitudo mea: quare me repulisti, et quare tristis incedo, dum affligit me inimcus?
Emitte lucem tuam et veritatem tuam: ipsa me deduxerunt et adduxerunt in montem sanctum tuum et in tabernacula tua.

Et introibo ad altare Dei: ad Deum, qui laetificat juventutem meam.
Confiteor tibi in cithara, Deus, Deus meus: quare tristis es, anima mea, et quare conturbas me?

Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi, salutare vultus mei et Deus meus.

Gloria Patri etc.
Sicut erat etc.

Introibo ad altare Dei.
Ad Deum, qui laetificat juvenutem meam.

Adjutorium † nostrum in nomine Domini.
Qui fecit coelum et terram.

Im Namen des † Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes. Amen.
Ich werde kommen zu Gottes Altar.

Zu Gott, der meine Jugend erfreut.
Schaffe mir recht, o Gott, und entscheide meinen Handel wider das unheilige Volk; von dem ungerechten und arglistigen Mann rette mich.

Denn du, o Gott, bist meine Stärke! Warum hast du mich verworfen, und warum geh ich trauernd einher, da der Feind mich plagt?
Sende dein Licht und deine Wahrheit: sie werden mich leiten und führen auf deinen heiligen Berg und in deine Hütten.

Und ich werde kommen zu Gottes Altar; zu Gott, der meine Jugend erfreut.
Ich werde dich loben auf der Harfe, o Gott, mein Gott! Warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübst du mich?

Hoffe auf Gott; denn ich werd ihm noch danken, er ist das Heil meines Angesichts und mein Gott.

Ehre sei dem Vater …
Wie es war im Anfang …

Ich werde kommen zu Gottes Altar.
Zu Gott, der meine Jugend erfreut.

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn:
Welcher Himmel und Erde erschaffen hat.

Confiteor – Sündenbekenntnis

Der Priester sagt nun das Confiteor, um sich öffentlich als Sünder zu bekennen, als unwürdig vor dem Herrn zu erscheinen.

Auch seinerseits bekennt man solches, indem man voll Zerknirschung mit dem Ministranten spricht:

Confiteor Deo omnipotenti,beatae Mariae semper virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistae, sanctis Apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis et tibi, pater, quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Ideo precor beatam Mariam semper virginem, beatum Michaelem Archangelum, beatum Joannem Baptistam, sanctos Apostolos Petrum et Paulum, omnes Santos et te, pater, orare pro me ad Dominum Deum nostrum.

Ich bekenne dem allmächtigen Gott, der hl. allzeit reinen Jungfrau Maria, dem hl. Erzengel Michael, dem hl. Johannes dem Täufer, den hl. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und dir, o Vater, dass ich gar sehr gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine sehr große Schuld. Deshalb bitte ich die hl., allzeit reine Jungfrau Maria, den hl. Erzengel Michael, den hl. Johannes den Täufer, die hl. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen, und dich, o Vater, zu bitten für mich, bei dem Herrn, unsrem Gott.

Dankbar nimmt man den väterliche Wunsch des Priesters entgegen, der da spricht:

Misereator vestri omnipotens Deus et dimissis peccatis vestris perducat vos ad vitam aeternam.
Amen.

Indulgentiam †, absolutionem et remissionem peccatorum nostrorum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus.
Amen.

Er erbarme sich euer der allmächtige Gott, er verzeihe eure Sünden und führe euch zum ewigen Leben.
Amen.

Nachlassung †, Verzeihung und Vergebung unserer Sünden gewähre uns der allmächtige und barmherzige Herr.
Amen.

Nunmehr ruft man die göttliche Hilfe an.

Deus, tu conversus vivificabis nos.
Et plebs tua laetibitur in te.
Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam.
Et salutare tuum da nobis.
Domine, exaudi orationem meam.
Et clamor meus ad te veniat.

O Gott, wende dich wieder zu uns und belebe uns.
Und dein Volk wird sich in dir erfreuen.
Erzeige uns, o Herr, deine Huld.
Und dein Heil verleihe uns.
Herr, erhöre mein Gebet.
Und lass mein Rufen zu dir kommen.

Der Priester grüßt das Volk, während er die Stufen des Altars hinaufsteigt:

Dominus vobiscum.

Der Herr sei mit euch.

Man antwortet voll Ehrfurcht:

Et cum spiritu tuo.

Und mit deinem Geiste.

Er steht jetzt vor dem Allerheiligsten, und man betet für ihn und für sich selber um die Nachlassung aller Missetaten:

Oremus.
Aufer a nobis, quaesumus, Domine, iniquitates nostras, ut ad sancta sanctorum puris mereamur mentibus introire: per Christum Dominum nostrum. Amen.

Lasset uns beten.
Wir bitte dich, o Herr, nimm weg von uns unsere Missetaten, damit wir zu dem Allerheiligsten mit reiner Seele eingehen mögen: durch Christum unsern Herrn. Amen.

Wenn der Priester aus Ehrfurcht für die im Altar eingeschlossenen Gebeine der Märtyrer diesen küsst, so spricht man mit ihm:

Oramus te, Domine, per merita Sanctorum tuorum, quorum reliquiae hic sunt, et omnium Sanctorum, ut indulgere digneris omnia peccata mea. Amen.

Wir bitten dich, o Herr, durch die Verdienste deiner Heiligen, deren Reliquien hier liegen, und aller Heiligen, dass du alle meine Sünden nachlassen mögest. Amen.

Der Priester spricht darauf den Introitus, in welchem die Kirche gleich bei Beginn der Messe die sie beseelenden Gefühle kund gibt.

aus: Dom Prosper Guéranger, ebd., S. 254 – S. 258

Siehe das Inhaltsverzeichnis der Erklärung der hl. Messe:

Siehe auch den Beitrag von P. De Zulueta:

  • Die Heiligung des Sonntags: Die heilige Messe

Siehe auch den Beitrag auf katholischglauben.info:

Bildquellen

  • dom-prosper-gueranger: © https://wahrerglaube.info
Die Heiligung des Sonntags
Erklärung der hl. Messe – Kyrie und Gloria

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