Erklärung der hl. Messe – Kyrie und Gloria

Dom Prosper Guéranger OSB, Liturgiker

Erklärung der Gebete und Zeremonien der heiligen Messe

Erklärung der Messe – Kyrie und Gloria

Incensation

Der Altar stellt Jesum Christum dar. Die Reliquien der Heiligen, welche sich dort befinden, erinnern uns daran, dass die Heiligen Glieder unseres Herrn sind, welcher, nachdem er menschliche Natur angenommen, in der Passion gelitten, in der Auferstehung triumphiert hat, und in der Himmelfahrt in seine ewige Herrlichkeit eingegangen ist. Aber er hat auf Erden seine Kirche gegründet. Er ist das Haupt dieses mystischen Leibes, und alle Heiligen sind dessen Glieder. Von diesem Gesichtspunkt aus erscheint uns Christus nur vollständig, wenn er von seinen Heiligen begleitet ist, und aus diesem Grunde müssen die Heiligen, welche in der Herrlichkeit bei ihm sind, auch im Altar, der ihn vorstellt, mit ihm vereint sein. –

Nachdem der Priester dieses Gebet vollendet hat, welches er in gebeugter Haltung, mit auf dem Altar gefalteten Händen gesprochen, schickt er sich zur Incensation an. Zweimal im Laufe des heiligen Messopfers nimmt der Priester das Rauchfass, und es geschieht das unter Entfaltung großen Pomps aus Ehrfurcht für unseren Herrn, dessen Bild der Altar ist. Gleichwohl findet die gegenwärtige erste Beräucherung statt, ohne dass der Priester sie mit einem Gebet begleitet. Er begnügt sich mit der Sorge dafür, dass die Weihrauchwolke überall hinkommt, er überflutet damit alle Teile des Altars.

Selbstverständlich gelten diese dem Altar dargebrachten Huldigungen Gott, den der Altar bedeutet. Der Weihrauch hatte schon sehr früh eine bedeutsame Rolle im Gottesdienst. Wir ersehen das schon aus dem dritten Buch Mosis, dem Leviticus. Die Segnung, die er vor der Anwendung erhält, erhebt dies Naturerzeugnis in die übernatürliche Ordnung. –

Die heilige Kirche entnimmt diese Zeremonie dem himmlischen Gottesdienst, wie ihn der heilige Johannes geschaut. In seiner Apokalypse sieht er den Engel mit dem goldenen Rauchfass vor dem Altar, auf welchem das Lamm ruhte, und den die vierundzwanzig Ältesten umstanden. (Offenb. 8, 3) Er zeigt uns diesen Engel, wie er Gott die von dem Weihrauch dargestellten Gebete der Heiligen darbringt. So sucht die heilige Kirche, die treue Braut Christi, den Himmel nachzuahmen. Sie zieht aus dem günstigen Umstand, dass die geheimnisvolle Hülle an diesem Punkt ein wenig gehoben ist, Nutzen und entnimmt für die Erde, was dort oben zur Verherrlichung ihres Bräutigams geschieht. –

Für jetzt wird nur der Altar, gleichwie der Priester beräuchert. Beim zweiten Male wird auch der Chor incensiert. Da die Kirche dem Brauch huldigt, die Bilder und Reliquiarien der Heiligen auf denAltären aufzustellen, so empfangen auch diese damit die Huldigung des Weihrauchs.

Introitus

Wenn die Incensatien vorüber, so spricht der Priester den Introitus. Früher war das anders. Nach der Ordo des heiligen Gregorius kleidete sich der Priester im Secretarium an und begab sich dann unter Vorantragung von Kreuz und Kerzen nach dem Altar. Während dessen sang man im Chor den Introitus. Derselbe war viel länger als heute. Denn man sang damals den ganzen Psalm, während heute nur ein Vers desselben und dann Gloria Patri gesprochen wird. Das Gleiche ist auch mit mehreren anderen Teilen der Messe der Fall. Auch hier sang der Chor früher das Ganze, während der Priester heute nur einen kleinen Teil spricht.

Diese Änderung kam mit der Einführung der Stillmesse auf und wurde von dieser dann auch auf das Hochamt übertragen.

Aus diesem Grunde waren denn auch die alten Missale nicht so eingerichtet wie diejenigen, deren wir uns heute bedienen. Sie enthielten lediglich die Gebete: Collekten, Secrete, Postcommunionen, die Präfationen und den Canon. Das hieß damals Sacramentarium. Alles, was gesungen wurde, befand sich im Antiphonarium. In Wahrheit sind auch die bei der Messe üblichen Gesänge nur Antiphonen, nur mit ausgebildeteren Singweisen als die gewöhnlichen Antiphonen. Jetzt, nachdem die Stillmesse allenthalben eingeführt ist, umschließt das Missale alles, was ehedem der Chor sang, wie auch die Episteln und Evangelien.

Der Priester sowohl wie der Chor macht bei Beginn des Introitus das Kreuzeszeichen. Denn der Introitus wird als der Anfang der Lesungen betrachtet. Bei Totenmessen begnügt man sich, das Buch mit dem Kreuz zu bezeichnen.

Kyrie

Es kommt nun das Kyrie, welches der Priester beim Hochamt auf der Seite des Altars spricht, wo er eben den Introitus gelesen hat. Bei ihm befinden sich der Diakon und Subdiakon, die nicht eher in die Mitte des Altars gehen, als bis er sich selbst dahin begibt. Dann stellen sie sich hinter ihn auf die verschiedenen Altarstufen. Bei den stillen Messen sagt der Priester das Kyrie in der Mitte des Altars.

Dieses Gebet ist ein Ruf um Erbarmen, welchen die Kirche an die drei Personen der allerheiligsten Dreifaltigkeit richtet. Im ganzen sind es neuen Anrufungen. Die ersten drei richten sich an den Vater, der da der Herr ist: Kyrie eleison, Herr, erbarme dich unser; die zweiten wenden sich an den menschgewordenen Sohn, den den Christ, wir sagen darum: Christe eleison, Christe, erbarme dich unser; die dritten endlich wenden sich an den heiligen Geist, welcher mit dem Vater und dem Sohn Herr ist; wir wiederholen deshalb Kyrie eleison, Herr, erbarme dich unser.

Wenn die Kirche bei der zweiten Person das Wort Christe anwendet, so ist das nicht so zu verstehen, als ob Christus nicht, oder weniger der Herr wäre, als die beiden anderen Personen der Gottheit. Der Sohn ist gerade so wie sie und mit ihnen „der Herr“. Aber die Kirche bedient sich hier deshalb des Wortes »Christ«, weil das mit der Menschwerdung in Berührung steht. Der Chor singt das Kyrie, welches der Priester spricht.

Zu der Melodie der verschiedenen Anrufungen hatte man früher besondere fortlaufende Texte zusammengestellt. So ist das noch im Missale von Mans von 1705 der Fall gewesen. Man hat dieses das „gefüllte Kyrie“ genannt. Das Missale des heiligen Pius V. hat diesen Gebrauch fast überall vollständig verdrängt. In der päpstlichen Messe singt man das Kyrie während der ganzen Dauer der Obedienz. Heute geschieht das übrigens nur noch sehr selten, sondern es bleibt bei den neun Rufen.

Die heilige Liturgie will uns mit dieser Zahl zugleich an die neun Chöre erinnern, die im Himmel die Herrlichkeit des Allerhöchsten besingen, und dieser Anschluss an die Engel ist der natürlichste und sinnigste Übergang zu dem hieran sich anschließenden Gloria, jenem Himmelsgesang, den einst die seligen Geister auf die Erde herab brachten.

Gloria in excelsis

Um das „Gloria in excelsis, Ehre sei Gott in der Höhe“ anzustimmen, begibt sich der Priester in die Mitte des Altars. Er breitet die Arme aus und faltet dann die Hände; aber hier wie auch beim Credo erhebt er nicht die Augen. Am Schluss des Hymnus macht er das Zeichen des heiligen Kreuzes, weil es sich um Jesus Christus handelt, der mit dem Heiligen Geist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters ist, und die Allerheiligste Dreifaltigkeit in dieser Weise erwähnt wird. –

Dieser Hymnus gehört zu den ältesten in der heiligen Kirche. Mons. Cousseau, Bischof von Angoulême, hat sogar in einer eigenen Dissertation nachzuweisen gesucht, dass er auf den heiligen Hilarius, in der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts, zurückzuführen sei. Doch ist das kaum zulässig. Auf jeden Fall aber geht der Hymnus bis in die Anfänge der heiligen Kirche zurück, man findet ihn in allen Missalen der orientalischen Kirche. Nichts Schöneres als die verschiedenen Anrufungen, aus denen er besteht.

Er ist kein längeres Gebet, nach Art der Präfationen zum Beispiel, worin die heilige Kirche stets mit der Auseinandersetzung der Lehre beginnt, bevor sie zum eigentlichen Gebet übergeht; da ist alles Aufschwung, Streben der Liebe nach Gott. Die Engel selbst haben den Gesang intoniert, und die Kirche setzt eigentlich nur den Text fort, wobei sie von demselben Geist inspiriert wird, wie jene.

Kommen wir nun zu den Einzelheiten dieses großartigen Lobgesangs.

Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis, ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.“ –

Das sind die Worte der Engel: Gott die Ehre, und den Menschen guten Willens den frieden. In diesem Eingang wendet man sich zuerst an Gott im Allgemeinen, ohne einen Unterschied in den Personen zu machen; und die heilige Kirche weicht zunächst nicht davon ab. Sie fügt bei: Laudamus te, Wir loben dich. Denn das Lob, welches wir dir darbringen, gebührt dir. –

Benedicimus te. Wir preisen dich, d. h. wir zollen dir die Danksagung, welche wir dir für deine Wohltaten schulden. –

Adoramus te, wir beten deine Majestät an. –

Glorificamus te, wir verherrlichen dich, weil du uns geschaffen und dann wieder erkauft hast. –

Indem wir uns mit dem glühenden Verlangen zu loben, zu danken, anzubeten und zu verherrlichen an Gott wenden, brauchen wir darin nicht noch eine andere Absicht nach den Erklärungen der Kirche zu suchen. Es muss in der Tat an sich sehr passend erscheinen, gleich im Anfang der heiligen Handlung die ganze Tendenz derselben in so kurzen und bezeichnenden Ausdrücken zusammen zu fassen. –

Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Das ist ein sehr wichtiger Satz: Wir danken dir wegen deiner großen Herrlichkeit. Die größte Verherrlichung, welche Gott je erfahren hat, liegt ohne Zweifel in der Menschwerdung. Das will die heilige Kirche unter den Worten propter magnam gloriam tuam, wegen deiner großen Herrlichkeit, verstanden haben. In Wahrheit verleiht die Huldigung des menschgewordenen Wortes Gott größere Herrlichkeit, als die Huldigung aller geschaffenen Wesen zusammen genommen.

Selbst die geringfügigste Huldigung des Wortes überragt alles, was die Schöpfung darbringen kann. Die Menschwerdung ist also geradezu die größte Herrlichkeit Gottes. Propter magnam gloriam, d. h. wir anderen Geschöpfe danken aus dem Grund dafür, weil der Sohn Gottes für uns Mensch geworden ist. Das hat er um unseretwillen getan. In Wahrheit, für uns, o Gott, hast du jenes Geheimnis gewirkt, das dir die größte Herrlichkeit gewährt. Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Das ist der Inhalt dieser Worte. –

„Domine Deus, Rex coelestis, Deus Pater omnipotens, Herr Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater!“ Damit wendet sich die heilige Kirche unmittelbar an den Vater. Zuerst hatte sie die Einheit Gottes im Auge, jetzt geht sie zur Betrachtung der Dreifaltigkeit über, und gelangt selbstverständlich zuerst zu jener Person, welche das Prinzip, die Quelle der beiden anderen ist; sie ruft aus: Deus, Pater omnipotens, Gott, allmächtiger Vater. Dann wendet sie sich zu ihrem Bräutigam, und wenn erst die Kirche von ihm spricht, dann kann sie kaum anders als bei seinem Lob verweilen. Fast der ganze Rest des Lobgesangs ist ihm gewidmet.

Sie besingt ihn als den menschgewordenen Sohn Gottes, sie nennt ihn Herr: Domine, fili unigenite, Herr, eingeborner Sohn. Sie fügt dem noch den menschlichen Namen bei, den er als Geschöpf erhalten hat: Jesu Christe! Aber sie vergisst dabei keineswegs, dass er Gott ist, sie bestätigt es ausdrücklich in den Worten: Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris, Herr, Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters. Ja, ihr Bräutigam ist Gott, er ist auch das Lamm Gottes, wie es der heilige Johannes gezeigt hat; er ist der Sohn des Vaters. In ihrer heiligen Freude sucht die Kirche alle Titel zusammen, welche sie ihrem Bräutigam zu geben vermag. Sie trägt seine großen Eigenschaften zusammen, und es ist ihre Freude, sie nacheinander aufzuzählen.

Zu den Titeln, welche die heilige Kirche ihrem Bräutigam gegeben hat, gehört auch der des Lammes Gottes. Aber es scheint, als ob sie nicht gewagt habe, unmittelbar beizufügen, was für sie als eine schmerzliche Folgerung aus diesem Titel sich ergibt. Sie sagt zuerst noch filius Patris, Sohn des Vaters.

Nun erst fasst sie gleichsam Mut, und erinnert ihren Bräutigam, dass er als Lamm die Sünden der Welt auf sich genommen: „qui tollis peccata mundi, der du hinwegnimmst die Sünden der Welt.“ Wenn du einst mit deinem Blut uns hast wieder erkaufen wollen, so scheint sie zu sagen, so gib uns jetzt, da du in der Herrlichkeit bist, nicht preis. Erbarme dich unser, miserere nobis.

Zum zweiten Male spricht sie: qui tollis peccata mundi, der hinweg nimmst die Sünden der Welt. Sie fürchtet jetzt nicht mehr dies Wort zu sagen, sie kommt ihm Gegenteil, nachdem sie es zuerst gesagt, darauf zurück, denn darin liegst ja eigentlich unsere Kraft. Wenn das Lamm Gottes, der Sohn des Vaters, unsere Sünden hinweggenommen hat, was haben wir da eigentlich noch zu fürchten?

Das muss uns ja stark machen. Die heilige Kirche begreift das so gut, dass sie diesen Gedanken zweimal bringt: einmal um die Bitte um erbarmen daran zu knüpfen, und das zweite Mal, um die Aufmerksamkeit des Bräutigams auf das Gebet der Braut zu lenken: Suscipe deprecationem nostram. Wir sind, sagt sie, zum heiligen Messopfer versammelt, nimm also unser Gebet an.

Nachdem die Kirche so gesprochen, schwingt sie sich zum obersten Himmel empor: qui sedes ad dexteram Patris, der du sitzest zur Rechten des Vaters. Soeben hat sie noch ihren Bräutigam als das Lamm Gottes betrachtete, welches sich mit allen Sünden der Welt beladen hat, und jetzt in gewaltigem Aufflug gelangt sie zur Rechten des Vaters, woselbst sie jenen sitzen sieht, dem ihr Loblied gilt. Und dort versenkt sie sich in das Wesen Gottes selbst; dort verehrt sie die ganze Heiligkeit, die ganze Gerechtigkeit, die ganze Größe Gottes, wie sie uns das alsbald sagen wird.

Aber vorher lässt sie aufs Neue den Ruf erschallen: miserere nobis, erbarme dich unser; denn du hast uns wieder erkauft. Dann aber fügt sie bei: tu solus sanctus, tu solus Dominus, tu solus Altissimus, Jesu Christe! Denn du allein bist heilig, du allein der Herr, du allein der Höchste, o Jesu Christe! –

So hört die heilige Kirche in diesem Lobgesang nicht auf, zu ihrem Bräutigam sich hinauf zu schwingen, und jeder Ruf, kann man sagen, ist ein Flügelschlag, um höher zu steigen nach den Regionen, in welchen er thront. Bald denkt sie dabei an sich selbst, bald an ihn, aber nichts hemmt ihre Begeisterung.

Sie hat damit begonnen, von ihrem Bräutigam zu sprechen, sie zählt alle seine großen Eigenschaften auf, und will keine vergessen; sie will ihn loben, ihn verherrlichen, und sie nennt ihn den einzig Heiligen, den einzigen Herrn, den einzig Allerhöchsten. Aber sie fügt hier bei: cum sancto Spiritu in gloria Dei Patris, mit dem Heiligen Geist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters.

Sie erwähnt also die allerheiligste Dreifaltigkeit, und das Lob , welches sie an Christus richtet, indem sie ihn als den alleinigen Heiligen, den alleinigen Herrn, den alleinigen Allerhöchsten bezeichnet, trifft auch die beiden anderen Personen, weil der Vater und der Heilige Geist vom Sohn nicht getrennt werden können, und sie ebenso allein heilig, allein der Herr, allein der Allerhöchste sind; und keiner ist heilig, keiner der Herr, keiner der Allerhöchste als eben der Herr selbst.

In diesem prachtvollen Lobgesang ist alles zugleich groß und einfach. Die heilige Kirche ist bei dem Gedanken an ihren Bräutigam tief bewegt. In dem Gesang des Kyrie hat sie sich zuerst erhoben; darauf folgte das Lied der Engel, deren Gesang sie selbst fortsetzen wollte, und der Heilige Geist hat ihr die Worte eingegeben. Gleichwohl kann man – das darf immerhin nicht außer Acht gelassen werden – diesen Lobgesang nicht auf die gleiche Linie mit den Heiligen Schriften, den Psalmen und den anderen göttlich inspirierten Texten stellen.

aus: Dom Prosper Guéranger OSB, Erklärung der Gebete und Zeremonien der heiligen Messe, 1884, S. 13 – S. 27

Anhang

Das Ordinarium der Messe – Introitus – Kyrie – Gloria

Der Priester spricht (…) den Introitus, in welchem die Kirche gleich bei Beginn der Messe die sie beseligenden Gefühle kund gibt.

Ihm folgen neun noch dringendere Rufe um Barmherzigkeit. Indem die Kirche ihre Stimme zu diesen Rufen erhebt, vereinigt sie sich mit den neun Chören der Engel, welche den Altar des Himmels umgeben. Dieser ist ja, wie wir gesehen, kein anderer als der Altar auf Erden. Diese neun Rufe richten sich:

An den Vater: Kyrie eleison. (3x) Herr, erbarme dich unser. (3x)

An den Sohn: Christe eleison. (3x) Christe, erbarme dich unser. (3x)

An den Heiligen Geist: Kyrie eleison. (3x) Herr, erbarme dich unser. (3x)

Hierauf stimmt der Priester mit der himmlischen Heerschar den erhabenen Gesang von Bethlehem an, welcher Gott Ehre und den Menschen Frieden verkündigt. Von den göttlichen Geheimnissen unterrichtet, setzt die Kirche diesen Lobgesang der Engel weiter fort:

Lobgesang der Engel

Gloria in excelsis Deo
et in terra pax hominibus bonae voluntatis.
Laudamus te.
Benedicimus te.
Adoramus te.
Glorificamus te.
Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam.
Domine Deus, Rex coelestis,
Deus Pater omnipotens! –
Domine Fili unigenite, Jesu Christe!
Domine Deus, agnus Dei, filius Patris!
Qui tollis peccata mundi, miserere nobis.
Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram.
Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis.
Quoniam tu solus sanctus, tu solus Dominus,
tu solus altissimus, Jesu Christe,
cum sancto Spiritu in gloria Dei Patris. Amen.

Ehre sei Gott in der Höhe
und auf Erden Friede den Menschen, die guten Willens sind.
Wir loben dich.
Wir preisen dich.
Wir beten dich an.
Wir verherrlichen dich.
Wir danken dir wegen deiner großen Herrlichkeit.
Herr Gott, himmlischer König,
Gott, allmächtiger Vater! –
Herr Jesu Christe, du eingeborner Sohn,
Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters!
Der du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser.
Der du hinweg nimmst die Sünden der Welt, nimm unser Gebet an.
Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser.
Denn du allein bist heilig, du allein der Herr,
du allein der Höchste, o Jesu Christe,
mit dem Heiligen Geist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.

Der Priester grüßt nochmals das Volk, gleichsam um sich der Fortdauer seiner religiösen Aufmerksamkeit zu versichern, welche durch die sich vorbereitende erhabene Handlung in Anspruch genommen wird.

Darauf folgt die Collecte oder das Gebet.

aus: Dom Prosper Guéranger, ebd., S. 258 – S. 261

Siehe das Inhaltsverzeichnis der Erklärung der hl. Messe:

Siehe auch den Beitrag von P. De Zulueta:

  • Die Heiligung des Sonntags: Die heilige Messe

Siehe auch den Beitrag auf katholischglauben.info:

Bildquellen

  • dom-prosper-gueranger: © https://wahrerglaube.info
Erklärung der hl. Messe – Judica me und Confiteor
Heiligung des Sonntags Verbot knechtlicher Arbeit

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