Die Feinde der Kirche
Drittes Kapitel
III. Der dritte Feind der Kirche: die Freimaurerei
§ 1. Der Zweck der Freimaurerei
Der Zustand der Religionslosigkeit und des Unglaubens, in den der größere Teil der Menschheit heutigentags versunken ist, ist nichts anderes als das Werk Satans. Wie könnten die Menschen ohne satanische Verblendung gottlos genug sein, Jesus Christus, den Heiligen Geist und die Apostel zu Lügnern zu machen; die Mutter Gottes und die Heiligen Gottes zu lästern; die Braut Jesu Christi, die römisch-katholische Kirche, auf jede erdenkliche Weise zu verleumden; ja sogar das Dasein des allmächtigen Gottes zu leugnen? Ohne teuflischen Einfluss könnten sie nicht so tief sinken. Und der große Stier, den Satan erhoben hat, um womöglich die katholische Kirche zu vernichten und an ihrer Statt das Heidentum wieder einzuführen, ist die Freimaurerei.
Im Jahre 1440 vereinigten sich die gnostischen Sekten, die Manichäer, die Kabbalisten und die Johannesbrüder und bildeten den gegenwärtigen Freimaurerorden. Sie verpflichteten sich, gegen die Kirche Christi, die so außerordentliche Fortschritte machte, Krieg zu führen und das Heidentum zu erhalten und wiederherzustellen. Die Freimaurer behaupten, die alte Heidenkirche mit ihren Sinnbildern und Mysterien sei die Urkirche des Menschengeschlechtes; die mosaische Religion, die Religion Jehovas, sei nur eine örtliche und volkstümliche Abart dieser Heidenkirche gewesen; und folglich sei Christus nur ein Empörer gegen die wahre Kirche Gottes.
Das verborgenste, das grundlegende Geheimnis der alten Heidenkirche war die völlige Leugnung des Daseins Gottes und der Geisterwelt und die Behauptung des gröbsten Materialismus: der Mensch, als das schlaueste der Geschöpfe, solle über die Tiere herrschen, der schlaueste Mensch solle über seine Mitmenschen herrschen und durch religiösen Aberglauben, Betrug und Gewalt endlich der Gott seiner Mitmenschen werden. Der Zweck der Freimaurerei ist also, die alte Kirche des Heidentums wiederherzustellen, das Heidentum zu einer allgemeinen politisch-religiösen Macht zu erheben und die Gütergemeinschaft zu fordern und einzuführen.
Um diesen Zweck zu erreichen, muss die Gesellschaft umgestaltet, das heißt in Stücke zerschlagen und dann nach freimaurerischen Ideen und Grundsätzen wieder zusammengefügt werden. Daher ist die gesamte Symbolik der Freimaurerei der Baukunst entnommen. Um ein altes Gebäude ordentlich abzutragen, reißt man ein Stück nach dem anderen nieder. Ebenso wird das neue Gebäude Stück für Stück aufgeführt. Genau so verfahren unsere neuzeitlichen Freimaurer.
Der Großmeister hat den Hammer, um das heranwachsende Geschlecht langsam vorzubereiten: durch Gesetze, welche die Religion aus den Schulen ausschließen oder den Schulzwang fordern, der die Kinder nötigt, diese Schulen zu besuchen – unter dem Vorwand der Übel der Unwissenheit, in Wirklichkeit aber, um sie ohne Religion zu erziehen; ferner, um die Familie zu zerstören, indem man die Kinder einfach zu Kindern und Sklaven des Staates macht, die ihren Eltern weggenommen, vom Staate ernährt, gekleidet, geschult und gänzlich in Besitz genommen werden.
Darum verurteilen sie die katholischen und religiösen Schulen, besteuern das Kirchengut, die Schulen, Asyle, Spitäler und ähnliche Anstalten und suchen so allmählich jede Spur des Christentums zu untergraben und zu zerstören und an seiner Stelle eine allgemeine politisch-religiöse Heidenkirche mit vollständiger Gütergemeinschaft aufzurichten. Daher hat der Großmeister auch das Schwert.
Wenn alles reif ist, muss der katholischen Kirche der Krieg erklärt werden. Darum halten die Freimaurer den Zweck und die wahre Geschichte ihres Ordens geheim, bis sie stark genug sind, des Erfolges sicher zu sein. Dann werden sie die Maske abwerfen und aus Schlamm und Finsternis hervorkriechen. In der Tat haben ihre Führer ihre Absicht schon oft genug kundgetan, am Vorabend von Revolutionen, von denen sie glaubten, sie würden das Ziel ihrer Wünsche und ihren endgültigen Triumph in der Welt herbeiführen.
Daher sagt der Aufseher, Bruder Wahrheit genannt, im Grade der Ritter-Adepten des Adlers oder der Sonne zum Kandidaten:
»Wenn du mich fragst, welche Eigenschaften ein Maurer besitzen muss, um zum Mittelpunkt der Wahrheit zu gelangen, so antworte ich dir: Du musst der Schlange der Unwissenheit den Kopf zertreten. Du musst das Joch kindischer Vorurteile hinsichtlich der Mysterien der herrschenden Religion abschütteln, deren Kult nur eingebildet und allein auf den Geist des Hochmutes gegründet gewesen ist, der danach trachtet, zu befehlen, sich hervorzutun und an der Spitze des gemeinen Haufens zu stehen; indem er eine äußere Reinheit zur Schau trägt, die eine falsche Frömmigkeit kennzeichnet, verbunden mit dem Verlangen, zu erwerben, was ihm nicht gehört, und die allezeit der Gegenstand dieses äußeren Hochmutes und die unversiegliche Quelle vieler Unordnungen ist;
welche, mit der Schlemmerei verbunden, die Tochter der Heuchelei ist, jedes Mittel gebraucht, um fleischliche Begierden zu befriedigen, und diesen herrschenden Leidenschaften Altäre errichtet, auf denen sie ohne Unterlass das Licht der Ungerechtigkeit unterhält und beständig Opfer der Üppigkeit, der Wollust, des Hasses, des Neides und des Meineides darbringt. Siehe, mein lieber Bruder, das ist es, was du bekämpfen und zerstören musst, ehe du zur Erkenntnis des wahren Gutes und der höchsten Glückseligkeit gelangen kannst!
Siehe dieses Ungeheuer, das du überwinden musst – eine Schlange, die wir als einen Götzen verabscheuen, der von den Toren und dem gemeinen Volke unter dem Namen Religion angebetet wird.« Hier sieht der Christ Christus verworfen, sich selbst der niedrigsten Verbrechen beschuldigt, als Tor verurteilt, seinen Gottesdienst als eingebildet, seine Religion als auf den Geist des Hochmutes gegründet, als Tochter der Heuchelei, als Schlange, als Ungeheuer, als Götze, von der Maurerei verabscheut. (Aus »Light on Masonry« [Licht über die Maurerei], herausgegeben von David Bernard, 1829.)
»Es bedarf«, sagt Pius VII., »weder der Vermutungen noch auch der Beweisführung, um zu dem Urteil zu gelangen, das wir (über die geheimen Gesellschaften) ausgesprochen haben. Ihre gedruckten Bücher, welche die in den Versammlungen ihrer höheren Grade geübten Gebräuche beschreiben; ihre Katechismen, ihre Statuten und die anderen echten Urkunden von sehr ernster Beschaffenheit; das Zeugnis ihrer eigenen Mitglieder, welche die Gesellschaft verlassen und der Obrigkeit alle ihre Irrtümer und Betrügereien enthüllt haben – all dies beweist, dass die Carbonari (unter welchem Namen alle geheimen Gesellschaften begriffen sind) zu ihrem Hauptzwecke haben:
die Gleichgültigkeit in Sachen der Religion herbeizuführen und jeden dahin zu bringen, sich die Freiheit herauszunehmen, sich nach eigenem Gutdünken eine Religion zu bilden, die aus seinen eigenen Meinungen besteht – der verderblichste Irrtum, der sich denken lässt;
das Leiden Jesu Christi durch gewisse frevelhafte Zeremonien ihrer eigenen Erfindung zu entweihen und zu beflecken; die Sakramente der Kirche und die Geheimnisse der katholischen Religion verächtlich zu machen, indem sie an deren Stelle (entsetzlichster Frevel!) andere, neue, von ihnen selbst erfundene setzen; und diesen Apostolischen Stuhl umzustürzen, gegen den sie wegen des Primates, den er, wie der heilige Augustinus sagt, allezeit besessen hat, einen besonderen Hass hegen und die unheilvollsten und verderblichsten Anschläge ersinnen.«
Nicht minder ruchlos sind die Sittenvorschriften, welche die Gesellschaft der Carbonari lehrt (wie dieselben Urkunden zeigen), obgleich sie sich mit der zuversichtlichsten Miene rühmen, von ihren Anhängern die Übung der Liebe und jeder Art von Tugend sowie die sorgfältige Enthaltung von jeder Gattung des Lasters zu verlangen.
Jene Gesellschaft ermuntert also schamlos zu wollüstigen Vergnügungen und lehrt, es sei erlaubt, diejenigen zu töten, die den oben erwähnten geheimen Eid verletzt haben. Und obgleich Petrus, der Fürst der Apostel, gebot, die Christen sollten um Gottes willen jeder menschlichen Ordnung untertan sein, sei es dem Könige als dem Obersten, sei es den Statthaltern als von ihm Gesandten usw.; und obgleich der Apostel Paulus vorschreibt, ›jedermann sei der obrigkeitlichen Gewalt untertan‹ usw., so lehrt doch jene Gesellschaft, es sei recht, Aufstände zu erregen und so die Könige und alle anderen Herrscher, die sie immer wieder mit dem Schimpfnamen Tyrannen zu belegen wagen, von der Macht zu stürzen …
Man darf nicht meinen, dass alle diese Übel und noch viele andere, die wir nicht erwähnt haben, diesen geheimen Sekten fälschlich und verleumderisch zugeschrieben werden.
Die Bücher, welche ihre Mitglieder über die Religion und über den Staat zu schreiben gewagt haben, zeigen uns, dass sie die Autorität der Religion und der weltlichen Herrscher verachten, dass sie die Majestät lästern, dass sie nicht müde werden, Christus ›ein Ärgernis‹ oder ›eine Torheit‹ zu nennen; ja nicht selten behaupten sie, es gebe keinen Gott und die Seele des Menschen sterbe und werde mit seinem Leibe zunichte.
Ihre Urkunden und Statuten, worin sie ihre Absichten darlegen und Protokolle ihrer Beratungen geben, beweisen klar alles, was wir von ihren Bestrebungen erwähnt haben, die rechtmäßigen Herrscher zu stürzen und die Kirche gänzlich zu vernichten, und bekennen, dass alle derartigen Versuche, die in der Welt vorgekommen sind, von ihnen ausgegangen sind.
Überdies ist aus diesen Quellen über allen Zweifel bewiesen, dass alle geheimen Sekten, obgleich sie dem Namen nach verschieden sind, doch durch das Band ihrer gottlosesten Ratschläge innig miteinander verbunden sind.« (Ecclesiam a Jesu Christo, 13. September 1821.)
Was Pius VII. von den geheimen Gesellschaften gesagt hat, bestätigt Pius IX. in seiner Allokution an die Kardinäle der heiligen römischen Kirche vom 12. März 1877. Er sagt:
»Schon ist das siebente Jahr angebrochen, seit die Eindringlinge in unser bürgerliches Fürstentum, jedes menschliche und göttliche Recht mit Füßen tretend, feierliche Verträge brechend und das Unglück einer erlauchten katholischen Nation ausnützend, durch Gewalt und Waffenmacht die noch in unserer Gewalt verbliebenen Provinzen besetzten, sich dieser Heiligen Stadt bemächtigten und durch diese Tat höchster Ungerechtigkeit die ganze Kirche in Trauer und Wehklagen versenkten.
Die falschen und nichtigen Versprechungen, die sie in jenen jammervollen Tagen den auswärtigen Regierungen hinsichtlich unserer teuersten Belange machten, indem sie erklärten, sie wollten der Freiheit der Kirche Huldigung und Ehre erweisen und die Gewalt des Römischen Papstes solle frei und ungeschmälert bleiben – diese Versprechungen vermochten nicht, uns zu eitlen Hoffnungen zu verleiten, und hinderten uns nicht, von jenem Augenblicke an alle Trübsale und Bedrängnisse vollständig zu erkennen, die unser unter ihrer Herrschaft harrten.
Im Gegenteil, wohl wissend um die gottlosen Absichten von Männern, die durch die Vorliebe für neuzeitliche Neuerungen und durch einen verbrecherischen Eid miteinander verbündet sind, erklärten wir sogleich öffentlich, dass dieser frevelhafte Einfall nicht so sehr darauf abziele, unser bürgerliches Fürstentum zu unterdrücken, als vielmehr darauf, durch die Unterdrückung unserer weltlichen Gewalt um so leichter alle Einrichtungen der Kirche zu untergraben, die Autorität des Heiligen Stuhles zu stürzen und die Gewalt des Stellvertreters Jesu Christi, die wir, so unwürdig wir sind, hier auf Erden ausüben, gänzlich zu vernichten.«
§ 2. Lügen der Freimaurer
Um den wirklichen Zweck des Ordens nicht nur vor der profanen Welt, sondern auch vor elf von zwölf Freimaurern zu verbergen – denn es gehört viel Bosheit und Herzenshärte dazu, dass ein Mensch über Erklärungen wie die oben angeführte nicht entsetzt sei –, bringen sie folgende Lügen vor:
Erstens. Die Freimaurerei mischt sich nicht in Politik oder Religion; sie ist eine rein wohltätige Gesellschaft.
Zweitens. Die Freimaurerei ist streng loyal und gehorcht den Gesetzen des Staates.
Dies wird bewiesen:
1. durch die Statuten des Ordens;
2. durch die Zahl der Könige und Fürsten, die es sich zur Ehre rechnen, Mitglieder und Beschützer des Ordens zu sein;
3. die Anklagen gegen die Maurerei sind falsch und unbegründet.
Das alles sind schändliche Lügen. Was die Statuten des Ordens betrifft, so ist es wahr, dass die Freimaurer Statuten für Könige und Fürsten wie auch für die niederen Grade und die Außenwelt haben – Statuten, die alle sehr harmlos und schön sind; es ist aber ebenso wahr, dass sie Statuten anderer Art für die vertrauten Brüder haben. In der Tat ist jedes Mitglied durch einen schrecklichen Eid und bei Todesstrafe verpflichtet, den Außenstehenden oder der Regierung den wirklichen Zweck und die wirklichen Pläne des Ordens nicht zu offenbaren. Habt ihr je von einer Einbrecherbande gehört, die der Obrigkeit den wirklichen Zweck und die wirklichen Pläne ihrer Gesellschaft enthüllt hätte?
Die Freimaurer erklären, ihre »öffentlichen Statuten seien die einzigen«, und diesen Statuten werden die bezeichnenden Worte beigefügt: »Ihr müsst alle diese Verpflichtungen sorgfältig beobachten wie auch jene, die euch auf eine nicht zu beschreibende Weise gelehrt werden sollen.« (Eckert, S. 20, »Mysterien Gesellschaften der Heidenkirche«.) Überdies ist es eine allbekannte Tatsache, dass in jedem Grade der Freimaurerei ein neuer Eid verlangt, in fast jedem Grade ein neuer Zweck der Freimaurerei gelehrt und der Zweck und die Verpflichtung des vorhergehenden Grades für nichts als einen frommen Betrug erklärt wird.
Der Orden bestand jahrhundertelang, ehe sein angeblicher Zweck öffentlich bekanntgegeben wurde. Erst zu Wilhelmsbad wurde als Zweck des Ordens »die Wohltätigkeit im freimaurerischen Sinne« erklärt. Der Zweck der Freimaurerei ist, der Menschheit Gutes zu tun; folglich fördert alles, was die Belange der Freimaurerei fördert, die Belange der Menschheit.
»Der Zweck der Freimaurerei ist, alle Übel in der Gesellschaft zu heilen, die aus den Unterschieden der Nationalität, der Lebensstände und der Religion entspringen. Die Natur hat uns alle zu Wesen einer Gattung, zu Bürgern einer Welt, zu Besitzern einer Erde und zu Kindern einer Mutter gemacht, und darin allein sehen wir unsere ganze Größe.« (»Wiener Journal MSS. für Brüder«, Eckert, 21.)
»Die Freimaurerei spielt auch die Rolle eines Freundes und bemüht sich mit rastlosem Eifer, das Wohl eines würdigen Bruders zu befördern; und vermag sie ihm nicht selbst zu helfen, so wendet sie alle Mittel ihrer Beredsamkeit auf, um die Großen und Mächtigen zu bewegen, das zeitliche Wohl ihrer Freunde zu fördern«, das heißt, ihnen einträgliche Ämter in der Regierung zu verschaffen. (Eckert, 23.)
Auf den ersten Blick scheinen solche Grundsätze wahr zu sein, und das Volk im Allgemeinen wird sie annehmen. Die Erfahrung lehrt, dass die Menge fast jeden Satz oder jede Aufgabe ohne Bedenken annimmt, wenn sie nur so gefasst ist, dass sie einen bestimmten Sinn vermittelt, der kein Nachdenken und keine verwickelte Prüfung erfordert. Aus demselben Grunde wird kein geringer Teil der Menge alles verwerfen, was auf den ersten Blick das Maß ihres Verständnisses zu übersteigen scheint. Schelme und Marktschreier, die dies wissen, betrügen die Menge, indem sie ihrem Verstande schmeicheln, um ihre eigenen ehrgeizigen und selbstsüchtigen Ziele zu erreichen.
Auf diese Weise ist durch die freimaurerische Lehre eine Menge verderblicher Grundsätze in Schwang gekommen, sowohl in Bezug auf Religion, Gesellschaft und Politik als auch auf den Zweck der Freimaurerei. Ihr Vorgeben, sie wollten alle Menschen tugendhaft haben, sie sollten »Glauben an Gott, Hoffnung und Liebe haben«, und ihr Bestehen auf der Notwendigkeit »der Mäßigkeit, der Starkmut« usw. hilft ihnen nichts.
Diese Tugenden sind in der freimaurerischen Theologie lauter natürliche Tugenden, welche die Vernunft wie der christliche Glaube ohne die übernatürlichen Tugenden für ungenügend erklären, das Heil der Seelen zu wirken oder die bürgerliche Gesellschaft in gehöriger Ordnung zu erhalten. Die Freimaurerei setzt an die Stelle der christlichen Liebe die natürliche Tugend der Menschenfreundlichkeit (Philanthropie).
Folglich ist sie dem Christentum entgegengesetzt. Sie ist der Kirche immer tatsächlich, wenn auch nicht ausdrücklich, feindlich. Sie übersieht das Dasein der Kirche und das der Offenbarung. Sie ist auch dem Naturgesetz entgegengesetzt; denn sie setzt an die Stelle wirklicher Bruderschaft eine erkünstelte Verbrüderung. So steht nach dem freimaurerischen Gesetzbuche ein Freimaurer einem anderen Freimaurer näher als seinem eigenen Weibe oder Kinde. Das ist wider die Natur.
Welche Tugend können wir von einem Menschen oder einer Körperschaft von Menschen ohne Religion erwarten? Solche Menschen sind in der Tat Sklaven der schändlichsten Leidenschaften. Welche Tugend können jene haben, die glauben, alles, was sie begehren, sei erlaubt; welche die schändlichsten Verbrechen mit dem Namen unschuldiger Vergnügungen bezeichnen? Welche Tugend können jene haben, die kein anderes Gesetz kennen als ihre Leidenschaften; die glauben, Wahrheit und Lüge, Laster und Tugend seien alles einerlei?
Sie mögen wohl einige natürliche Tugenden üben, aber diese Tugenden sind im Allgemeinen nur äußerlich. Sie werden bloß aus Menschenrücksicht geübt; sie kommen nicht aus dem Herzen. Der Sitz der wahren Tugend aber ist im Herzen und nicht im Äußeren: Wer bloß handelt, um Menschen zu gefallen, und nicht, um Gott zu gefallen, hat keine wahre Tugend.
Welches Vertrauen kann man in einen Menschen oder eine Körperschaft von Menschen setzen, die keine Religion und folglich keine Kenntnis ihrer Pflichten haben? Welches Vertrauen können wir in Menschen setzen, die sich niemals durch eine Gewissenspflicht gebunden fühlen, die keine höheren Beweggründe zu ihrer Leitung haben als ihre Eigenliebe, ihren eigenen Vorteil?
Der heidnische Römer, obgleich nur von der Vernunft erleuchtet, besaß doch Tugend genug, um zu sagen: »Ich lebe nicht für mich, sondern für das Gemeinwesen«; der Wahlspruch des Ungläubigen aber lautet: »Ich lebe nur für mich; ich kümmere mich um niemanden als um mich.« Wie kann ein solcher Mensch »Armut und Reichtum«, »Arbeit und Ruhe«, »Krankheit und Gesundheit«, »Unglück und Glück«, »Reich und Arm«, »Gehorsam und Obrigkeit«, »Freiheit und Gesetz« usw. usw. miteinander in Einklang bringen? Alles dies sind ihm Rätsel, oder wenn er sie überhaupt zu verstehen vorgibt, so meint er, sie entsprängen schlechter Verwaltung oder schlechter Regierung.
Er wird ein Tyrann oder ein Sklave, ein Schlemmer oder ein Geizhals, ein Schwärmer oder ein Wüstling, ein Dieb oder ein Straßenräuber sein, je nachdem die Umstände ihn beeinflussen. Können wir glauben, dass die gewöhnliche »Zuflucht« zum Grundsatze des Eigennutzes, wohl oder übel verstanden, einen solchen Menschen je von einer Handlung der Leidenschaft oder der Genusssucht abhalten werde, sofern er glaubt, sie ohne Gefahr begehen zu können? Er wird das Leben als ein Spiel der Geschicklichkeit oder der Gewalt ansehen, in dem derjenige der Beste ist, der den Preis davonträgt.
Er wird die Macht als von Rechts wegen dem Stärksten gehörig betrachten; die Schwachen oder jene, die anderer Meinung sind als er, wird er mit Verachtung und Grausamkeit behandeln und glauben, sie hätten keine Rechte, die er zu achten verpflichtet wäre. Im Besitz der Macht wird ein solcher Mensch willkürlich und grausam sein; ohne Macht wird er treulos, heuchlerisch und unterwürfig sein. Vertraue ihm Gewalt an, er wird sie missbrauchen; vertraue ihm Geld an, er wird es stehlen; vertraue ihm dein Vertrauen an, er wird es verraten.
Ein solcher Mensch, heidnisch und grundsatzlos wie er ist, mag gleichwohl, wenn es seinen Zwecken dient, großen religiösen Eifer und große Reinheit zur Schau tragen. Er wird von Philanthropie und Humanität reden, vielleicht großes Mitleid mit einem Karrengaul haben und dem obdachlosen Armen oder Waisen die kalte Schulter zeigen.
Das Herz eines solchen Menschen ist kalt, unaufrichtig, bar jeder zarten Saite für eine zarte Schwingung, jedes Fünkchens rechten oder gerechten Gefühls oder Grundsatzes, das sich rühren ließe; im Gegenteil, es wird zu Wut, Rache und Lüge aufgestachelt, wenn man ihm in den Weg tritt. Wie soll ein solches Herz gerührt oder bewegt oder unter solche Einflüsse gebracht werden, die es bewegen könnten? Wahrlich, es bedürfte eines Wunders. Ja, selbst ein Wunder würde auf ein solches Herz keinen heilsamen Eindruck machen.
Ein französischer Ungläubiger erklärte, wenn man ihm sagte, das außerordentlichste Wunder geschehe dicht bei seinem Hause, so würde er keinen Schritt von seinem Wege abgehen, um es zu sehen. Der Hochmut ergibt sich niemals; er nimmt lieber eine unlogische Stellung ein, als dass er sich auch nur vor der Autorität der Vernunft beugte. Wütend, außer sich und widersinnig, empört er sich gegen die Augenscheinlichkeit. Allem Vernunftschlusse, allem unleugbaren Augenschein setzt der Ungläubige – der Mensch ohne Religion – seinen eigenen Willen entgegen: »So ist es mein Entschluss.« Es ist ihm süß, allein stärker zu sein als der gesunde Menschenverstand, stärker als die Wunder, stärker selbst als Gott, der sich durch sie kundtut.
Ein solcher Mensch mag gebildet heißen, aber er ist nur ein gebildeter Barbar. Sein Kopf und seine Hände sind unterrichtet; sein Herz, seine niederen Leidenschaften und Begierden sind zügellos und ungezähmt.
Collot d’Herbois, ein Freimaurer, spielte während der Französischen Revolution die abscheulichste Rolle. Als Volksvertreter unter der Schreckensherrschaft ließ er die Einwohner von Lyon zu Hunderten niedermetzeln. Selbst die Mitschuldigen seiner Verbrechen betrachteten ihn als einen so gefährlichen Menschen, dass sie es für ratsam hielten, ihn aus der Gesellschaft auszuschließen, indem sie ihn in die Wüsteneien von Guayana verbannten. In jenes Tropenland verbracht, hielt er sich für den elendesten der Menschen.
»Ich bin bestraft«, rief er bisweilen aus; »die Verlassenheit, in der ich mich befinde, ist eine Hölle.« Von einem bösartigen Fieber befallen, sollte er nach Cayenne gebracht werden. Die Neger, die damit beauftragt waren, warfen ihn auf die offene Landstraße, das Gesicht der sengenden Sonne zugekehrt. Sie sagten in ihrer Sprache: »Wir tragen diesen Mörder der Religion und der Menschen nicht.« »Was fehlt Euch?«, fragte der Arzt Guysonf, als er ankam. »Ich habe ein brennendes Fieber und schwitze.« »Das glaube ich: Ihr schwitzt Verbrechen aus.«
Er rief Gott und die seligste Jungfrau um Beistand an. Ein Soldat, dem er Religionslosigkeit gepredigt hatte, fragte ihn, warum er Gott und die seligste Jungfrau anrufe – er, der sie noch vor einigen Monaten verspottet habe. »Ach, mein Freund«, sprach er, »mein Mund strafte damals mein Herz Lügen.« Dann rief er aus: »O mein Gott, mein Gott! darf ich noch auf Verzeihung hoffen? Schicke mir einen Tröster, schicke mir einen Priester, um meine Augen von dem Feuerofen abzuwenden, der mich verzehrt. Mein Gott, gib mir Frieden!«
Der Anblick seiner letzten Augenblicke war so entsetzlich, dass niemand bei ihm bleiben konnte. Während man einen Priester suchte, verschied er am 7. Juni 1796, die Augen halb offen, die Hände geballt, den Mund voll Blut und Schaum. Sein Begräbnis wurde so vernachlässigt, dass die schwarzen Totengräber ihn nur halb bedeckten und sein Leichnam den Schweinen und Raubvögeln zum Fraß wurde. (Debussi, Nouveau Mois de Marie, 251.)
Fast jedes Wort der freimaurerischen Sekte ist eine sophistische, doppelzüngige Lüge. Auf sie passen die Worte der Heiligen Schrift:
»Wehe denen, die doppelten Herzens sind, und den ruchlosen Lippen und den Händen, die Böses tun, und dem Sünder, der auf zwei Wegen auf Erden wandelt!« (Sir. 2, 14).
»Die Worte ihres Mundes sind Ungerechtigkeit und Trug« (Ps. 35, 4).
»Wehe dem sündigen Volke, dem Volke, beladen mit Missetat, dem bösen Samen! Sie haben den Herrn verlassen … sie häufen die Übertretung. Das ganze Haupt ist krank … Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Gesundes daran« (Isai. 1, 4–6).
Das eigentliche Geheimnis und das wahre Geschäft des Ordens wird niemals in den regelmäßigen Logen verhandelt, sondern in dem geheimen Klubzimmer, von dem sogar die Könige und Fürsten, die angeblich Mitglieder und Beschützer der Freimaurerei sind, ausgeschlossen bleiben: nur die vertrauten und zuverlässigen Brüder werden zugelassen, und von dem, was hier verhandelt wird, wird nichts aufgeschrieben. Jene Könige und Fürsten erhalten zwar hochtönende Titel, und so oft sie die Logen besuchen, hören sie nur, was ihnen gefällt und schmeichelt.
Die geheimen Schriften der Freimaurerei sprechen mit der äußersten Verachtung und dem bittersten Spott von diesen »Titeln und Ehren«. »Die Grundverfassung der Freimaurerei«, S. 300, sagt: »Wenn Männer von hohem Range in die Gesellschaft eintreten wollen, so müssen sie mit der größten Ehrerbietung aufgenommen werden; denn solche Personen werden oft gute Bauherren, die keine Fremden verwenden, wenn sie echte Maurer haben können. Sie geben auch die besten Beamten der Loge ab, und die Logen mögen einen von ihnen zum Adeligen Großmeister wählen. Diese Brüder sind ebenfalls den Regeln und Verpflichtungen unterworfen, ausgenommen jene, die unmittelbar den werktätigen Maurern zukommen.«
Der Sinn dieser Worte ist klar genug. Auch die Carbonari und die Illuminaten bedienten sich der Adeligen und Fürsten als ihrer Beschützer und Werkzeuge.
Die Freimaurer sagen, sie seien streng loyal und gehorchten den Gesetzen des Staates. Auch dies ist falsch. Alle Gewalt ist von Gott. Nun hat Gott in der Welt nur zwei Gesellschaften eingesetzt, die unabhängig und höchste sind – die bürgerliche und die kirchliche, mit anderen Worten Kirche und Staat. Wir sagen, diese beiden Gesellschaften sind in ihren getrennten Bereichen unabhängig und höchste, wobei selbstverständlich die natürliche der übernatürlichen untergeordnet ist; daher müssen alle anderen Gesellschaften, die für sich ein unabhängiges Dasein beanspruchen – die weder mittelbar noch unmittelbar einer dieser beiden von Gott eingesetzten Gewalten unterworfen sind oder deren Autorität leugnen oder sich ihrer Aufsicht entziehen –, ihrer Natur nach regelwidrig, naturwidrig, der Ordnung der göttlichen Vorsehung entgegengesetzt, unbefugt und unrecht sein.
Alle Gesellschaften, die unabhängig von Kirche und Staat bestehen und deren Wirken nicht der Aufsicht und Leitung der Kirche oder des Staates unterworfen ist, sind geheime Gesellschaften und von der katholischen Kirche verurteilt.
Die Weisheit der Kirche ist in dieser Entscheidung, die auf den ersten Blick hart erscheinen mag, leicht zu erkennen. Denn es kann im Schoße der bürgerlichen Gesellschaft nicht gut sein, Körperschaften zu haben, die regelrecht und unabhängig organisiert sind und gesetzgebende, richterliche, zwingende und vollziehende Gewalt über sich selbst und über andere ausüben. Solche Körperschaften sind höchste und unabhängige Gesellschaften, nicht in Verbindung mit oder in Unterordnung unter, sondern im Gegensatze zu der Autorität des Staates in der natürlichen und der Autorität der Kirche in der übernatürlichen Ordnung.
Hieraus ist leicht zu ersehen, wie ungeheuerlich die Anmaßung dieser Gesellschaften ist und wie gefährlich sie dem Staate und der Gesellschaft überhaupt werden können. In ihrem Ursprunge, ihren Mitteln und ihrem Zwecke sind sie den beiden großen von Gott eingesetzten Autoritäten entgegengesetzt. Die bloße Tatsache ihrer Unabhängigkeit beweist diesen Gegensatz; denn wären sie nicht entgegengesetzt, so wären sie untergeordnet.
In Preußen haben die Maurer ein geheimes Priestertum in unmittelbarer Verletzung der preußischen Gesetze. In Sachsen verbieten die Gesetze das Bestehen jeder politischen Gesellschaft oder Versammlung, außer unter polizeilicher Überwachung, wie auch jede Verbindung mit ausländischen politischen Gesellschaften. Um dem Gesetze zu entgehen, geben die Freimaurer vor, ihr Orden mische sich weder in Religion noch in Politik, und doch hat er die sogenannte »Reformation« und den Sturz Napoleons und anderer Herrscher in unserer Zeit herbeigeführt. Sie nehmen Herrscher und Fürsten als Werkzeuge ihrer teuflischen Absicht auf.
Daher sagt Leo XII.:
»Jene Sekten müssen unterdrückt werden. Denn die Sache der Religion ist, besonders in diesen Zeiten, so mit dem Bestande der Gesellschaft verknüpft, dass die eine in keiner Weise von der anderen getrennt werden kann. Denn alle, die jenen geheimen Gesellschaften angehören, geliebteste katholische Fürsten und Söhne in Jesus Christus, sind Feinde nicht minder eurer Autorität als der Religion. Sie greifen beide an; sie trachten, beide von Grund aus umzustürzen, und wenn sie es vermögen, werden sie gewiss weder irgendeine Religion noch irgendeine königliche Gewalt bestehen lassen.
So groß ist die List und Verschlagenheit dieser Menschen, dass sie gerade dann, wenn sie am eifrigsten auf die Ausdehnung eurer Macht bedacht scheinen, am geschäftigsten deren völligen Umsturz ersinnen. Sie geben euch sehr viele Gründe an, um jene, welche die Verwaltung der Geschäfte in Händen haben, zu überreden, dass unsere Gewalt und die der Bischöfe beschnitten und geschwächt und viele der Rechte, die diesem Stuhle und den an unseren Sorgen teilnehmenden Bischöfen zustehen, auf jene weltlichen Herrscher übertragen werden sollten.
Dies tun sie nicht nur aus jenem bittersten Hasse, den sie gegen alle Religion hegen, sondern auch aus einem listigen Plane, in der Hoffnung, die eurer Autorität unterworfenen Völker würden, wenn sie jene von Christus und von der durch ihn gestifteten Kirche auferlegten Schranken beseitigt sehen, durch ein solches Beispiel vor Augen um so leichter bewogen, die Form der staatlichen Regierung zu ändern oder gar zu zerstören.« (Quo Graviora, 13. März 1826.)
Die Freimaurer eines jeden Landes sagen auch, sie hätten keine Verbindung mit den Freimaurern anderer Länder. Diese Behauptung ist eine weitere Lüge.
Die Einheit der Freimaurerei auf der ganzen Welt ist eine allbekannte Tatsache, deren sich die Freimaurerei überall gewaltig rühmt. »Die Große Landesloge von Sachsen ist (1859) nur eine Provinzialloge Deutschlands und dem Großmeister von Deutschland unterworfen, der zu Berlin residiert. Die sächsische Maurerloge hat ihre Vertreter in der Berliner Loge und steht im Briefwechsel mit fast allen Großlogen Europas und Amerikas« (Eckert, 28), ja sie hat sich unlängst (1859) unter den Schutz des Prinzregenten von Preußen gestellt!
Dieselbe Loyalität der Freimaurerei zeigt sich überall. Am 14. Januar 1739 wurde die Freimaurerei durch eine päpstliche Bulle exkommuniziert, und in Österreich und Bayern wurde der Orden unterdrückt. Die Mitglieder aber unterwarfen sich weder den Verordnungen der Kirche noch denen des Staates. »Die Geschichte der Freimaurerei« von Lawrie, herausgegeben auf Anordnung und mit Ermächtigung der Großloge von Schottland, sagt:
»Mehrere achtbare Maurer in Deutschland, obgleich eifrige Freunde der römischen Kirche, waren über diese Verurteilung des Ordens höchst unzufrieden und beschlossen, ihn vor gänzlicher Vernichtung zu retten. Sie gründeten daher eine Gesellschaft mit demselben Zwecke und denselben Grundsätzen wie die Freimaurerei. Die Mitglieder wurden Möpse genannt [im Original erläutert als »junge Bulldoggen«], da sie den Mops als ein Sinnbild der Treue und Bruderliebe betrachteten.« (1)
(1) In Wirklichkeit wollten diese Lästerer durch den Mops [im Original: die Bulldogge] unseren Heiligen Vater, den Papst, darstellen; und zum Spott des Papstes pflegten sie eine Zeremonie zu vollziehen, die zu schmutzig ist, um hier beschrieben zu werden.
Um aber die Geheimnisse der Freimaurerei vor jenen Mitgliedern der neuen Gesellschaft zu verbergen, die keine Maurer waren, ließen sie aus ihrem Ritual alle Worte, Zeichen und Zeremonien der Freimaurerei weg. Überdies änderten sie, um der Verfolgung der römisch-katholischen Kirche zu entgehen, alle jene Teile der Einrichtung ab, welche den Engherzigen und Abergläubischen Ärgernis geben konnten. Die Mitglieder legten daher, anstatt einen Eid zu schwören, ihr Ehrenwort ab, niemals etwas von den Geheimnissen und Zeremonien des Ordens zu verraten.
Auch Frauen wurden zugelassen, und es war ihnen gestattet, jedes Amt mit Ausnahme desjenigen des Großmeisters zu bekleiden. Die Gesellschaft wurde von einigen der angesehensten Männer Deutschlands beschützt. Die hervorragendsten Staatsbeamten, ja selbst königliche Prinzen waren Mitglieder. Die Zulassung von Protestanten oder Irrgläubigen zu den Logen in katholischen Ländern erregte großes Ärgernis bei den römischen Katholiken. Die Möpse beschlossen daher, niemanden in ihre Mysterien einzuweihen, der nicht ein erklärter, eifriger Freund der Kirche wäre. »Dies war jedoch nur ein Blendwerk, um Seine Heiligkeit zu täuschen; denn sie nahmen ohne das geringste Bedenken Männer aus jedem Lande und von jeder Religion in ihren Orden auf.« (Eckert, 36.)
Die Freimaurerei weiß gleich dem Proteus der Sage ihre Verwandlungen und ihre Namen ad infinitum (ins Unendliche) zu vervielfältigen. Gestern nannte sie sich »Les Solidaires« (Die Solidarischen) oder »Sittlichkeit unabhängig von der Religion« oder »Gedankenfreiheit«; heute nimmt sie den Titel eines »Unterrichtsbundes« an; morgen wird sie irgendeinen anderen Namen finden, unter dem sie die Einfältigen betrügt.
aus: Michael Müller, CSsR, Die Feinde der Kirche S. 16 – S. 34 in: Gott, der Lehrer der Menschheit, 1880
Weitere Beitrage siehe im Inhaltsverzeichnis von:
Bildquellen
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