Zeremonien eines der Grade der Freimaurerei

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Die Feinde der Kirche

Drittes Kapitel (Fortsetzung)

III. Der dritte Feind der Kirche: Die Freimaurerei

§ 3. Zeremonien eines der Grade der Freimaurerei

Im September 1826 wurde an der Person des Kapitäns William Morgan eine schreckliche Gewalttat verübt. Er wurde von ruchlosen Händen ergriffen, im Dorfe Batavia im Staate New York gegen seinen Willen fortgeschleppt und von dort nach Fort Niagara gebracht. Als Ursache seiner Entführung und Ermordung wird angegeben, dass er ein Freimaurer war und als solcher die Geheimnisse der Maurerei enthüllt hatte. Die an den Gewalttaten beteiligten Personen waren Freimaurer, und für solche Taten lässt sich kein anderer Grund angeben, als dass er die Geheimnisse der Maurerei veröffentlicht hatte; der Schluss ist also, dass er für diese Veröffentlichung den Tod erlitten hat. (1)

(1) Rede des ehrenwerten John Cleary im Senat des Staates New York, 25. März 1828.

Diese Freveltat erregte in der Union und besonders im Staate New York große Aufregung. Sie öffnete vielen redlichen Freimaurern die Augen, die den Orden verließen. Antifreimaurerische Versammlungen ausgetretener Freimaurer wurden zu Le Roy und an anderen Orten am 19. und 20. Februar, am 6. und 7. März und am 4. und 5. Juli 1828 abgehalten.

Es wurden Ansprachen gehalten über das Alter der freimaurerischen Einrichtung, die zeigten, dass sie nicht alt sei; über die Sittlichkeit der Einrichtung, die zeigten, dass sie die Sittlichkeit nicht fördere; über die Wohltätigkeit der Einrichtung, die zeigten, dass sie nicht wohltätig sei; über die Zeremonien der Einrichtung, die zeigten, dass sie nicht nur die menschliche Natur entwürdigten, sondern gotteslästerlich seien; über die Grundsätze der Einrichtung, die zeigten, dass sie dem Christentum entgegengesetzt seien.

Ein Buch, »Light on Masonry« (Licht über die Maurerei, 588 Seiten), wurde 1829 von David Bernard aus Warsaw herausgegeben, um die Öffentlichkeit über das teuflische Treiben der Freimaurerei aufzuklären. Aus diesem Buch habe ich die Zeremonien eines der Grade der Maurerei, den Freimaurereid, seine Verpflichtungen und einige der Ansprachen entnommen, die in der Absicht gehalten wurden, den Orden aus den Vereinigten Staaten verbannen zu lassen: – –

Der Schlüssel der Freimaurerei

Philosophische Loge

Ritter-Adepten des Adlers oder der Sonne

Diese Ratsversammlung muss von einem einzigen Lichte beleuchtet sein und wird von einem göttlichen Lichte erleuchtet. Denn es gibt ein einziges Licht, das unter den Menschen leuchtet, die das Glück haben, aus der Finsternis der Unwissenheit und der gemeinen Vorurteile herauszutreten, um dem einzigen Lichte zu folgen, das zur himmlischen Wahrheit führt. Das Licht in unserer Loge besteht aus einer mit Wasser gefüllten Glaskugel und einem dahinter gestellten Lichte und macht daher das Licht heller. Das Spiegelglas, die Kugel, wird, wenn sie angezündet ist, im Süden aufgestellt.

Gewand und Zepter

Der Großmeister oder Dreimal Mächtige heißt Vater Adam; er hat seinen Platz im Osten und ist mit einem Gewande von blassgelber Farbe bekleidet, gleich dem Morgen. Er hat den Hut auf dem Kopfe und in der rechten Hand ein Zepter, auf dessen Spitze sich eine goldene Kugel befindet; der Griff oder das Ende des Zepters ist vergoldet.

Der Grund, weshalb Vater Adam in dieser Ratsversammlung die Kugel über dem Zepter trägt, ist, dass er zum »Souveränen Meister der Welt« eingesetzt und zum »Souveränen Vater aller Menschen« erschaffen wurde. Er trägt eine Sonne, an einer goldenen Kette um den Hals gehängt, und auf der Rückseite dieses goldenen Kleinods ist eine Kugel. Wenn dieser Grad erteilt wird, trägt man weder Kleinod noch Schurz.

Es gibt nur einen Aufseher; er sitzt Vater Adam gegenüber im Westen und heißt Bruder Wahrheit. Ihm stehen dieselben Abzeichen zu wie Vater Adam; und das zu diesem Grade gehörige Ordensband ist ein breites weißes, gewässertes Band, als Halsband getragen, mit einem darauf gestickten goldenen Auge über der goldenen Kette und dem Kleinod der Sonne. Die Zahl der übrigen Beamten ist sieben; sie werden mit den Namen der Cherubim benannt, nämlich: Zaphriel, Zabriel, Camiel, Uriel, Michael, Zaphael und Gabriel.

Diese sollen in derselben Weise geschmückt sein wie der Dreimal Mächtige Vater Adam. Sind mehr Ritter der Sonne als diese Zahl vorhanden, so heißen sie Sylphen; sie sind die Vorbereiter der Ratsversammlung und die Gehilfen bei allen Zeremonien oder Arbeiten der Loge. Ihnen steht dasselbe Kleinod zu, doch tragen sie ein feuerfarbenes Band, das am dritten Knopfloch ihres Rockes befestigt ist.

Eröffnung der Großen Ratsversammlung

Vater Adam spricht: »Bruder Wahrheit, welche Zeit ist es auf Erden?« Bruder Wahrheit: »Mächtiger Vater, es ist Mitternacht bei den Profanen oder Ungeweihten (cowans), aber in dieser Loge steht die Sonne im Mittag.« Vater Adam: »Meine lieben Kinder, benützet die Gunst dieses strengen Gestirns, das uns gegenwärtig sein Licht zeigt, das uns auf dem Pfade der Tugend leiten wird und jenem Gesetze zu folgen, das ewig in unsere Herzen eingegraben sein soll, dem einzigen Gesetze, durch das wir nicht verfehlen können, zur Erkenntnis der reinen Wahrheit zu gelangen.«

Hierauf macht er ein Zeichen, indem er die rechte Hand auf die linke Brust legt, worauf alle Brüder den Zeigefinger der rechten Hand über den Kopf erheben, während die übrigen Finger geschlossen sind, um dadurch anzuzeigen, dass es nur einen Gott gibt, der der Anfang aller Wahrheit ist. Dann spricht Vater Adam: »Diese Loge ist eröffnet.«

Form der Aufnahme

Nach Eröffnung der Ratsversammlung wird der Kandidat in ein Vorzimmer geführt, wo sich eine Anzahl Sylphen befindet, deren jede mit einem Blasebalg einen großen Feuertopf anfacht; der Kandidat sieht dies, sie aber nehmen keine Notiz von ihm. Nachdem er zwei oder drei Minuten in dieser Lage gelassen worden ist, geht die älteste der Sylphen zu dem Kandidaten und bedeckt sein Gesicht mit schwarzem Flor.

Er muss ohne Degen sein, und man sagt ihm, er müsse die Tür des Heiligtums finden und, wenn er sie gefunden habe, sechsmal mit flacher Hand daran klopfen. Nachdem er die Tür gefunden und geklopft hat, geht Bruder Wahrheit zur Tür, öffnet sie ein wenig und stellt dem Kandidaten folgende Fragen, die er mit Hilfe der Sylphen beantwortet:

Frage: »Was begehrt Ihr?« Antwort: »Ich begehre aus der Finsternis herauszutreten, um das wahre Licht zu sehen und das wahre Licht in seiner ganzen Reinheit zu erkennen.« Frage: »Was begehrt Ihr ferner?« Antwort: »Mich der Erbsünde zu entledigen und die jugendlichen Vorurteile des Irrtums zu zerstören, denen alle Menschen unterworfen sind, nämlich die Begierden aller weltlichen Anhänglichkeit und des Hochmutes.«

Hierauf kommt Bruder Wahrheit zu Vater Adam und berichtet ihm, was der Kandidat gesagt hat; worauf Vater Adam Befehl gibt, den Kandidaten zur wahren Glückseligkeit einzuführen. Dann öffnet Bruder Wahrheit die Tür, nimmt den Kandidaten bei der Hand und führt ihn in die Mitte der Loge oder des Heiligtums, das ebenfalls mit einem schwarzen Tuche verhängt ist, worauf Vater Adam ihn folgendermaßen anredet:

»Mein Sohn, da wir sehen, dass Ihr durch Eure Arbeit in der königlichen Kunst nun zum Verlangen nach der Erkenntnis der reinen und heiligen Wahrheit gelangt seid, so wollen wir sie Euch ohne jede Verhüllung oder Bedeckung offenlegen. Bevor wir dies aber tun, befraget Euer Herz und sehet in diesem Augenblicke, ob Ihr Euch geneigt fühlt, ihr (nämlich der Wahrheit) in allen Dingen, die sie befiehlt, zu gehorchen. Seid Ihr geneigt, so bin ich gewiss, dass sie in Eurem Herzen bereit ist, und Ihr müsst eine Regung fühlen, die Euch bisher unbekannt war.

Ist dem so, so dürft Ihr hoffen, dass sie nicht lange säumen wird, sich Euch kundzutun. Hütet Euch aber, das Heiligtum durch einen Geist der Neugierde zu beflecken, und hütet Euch, die Zahl der Gemeinen und Profanen zu vermehren, die sie so lange Zeit misshandelt haben, bis die Wahrheit genötigt war, die Erde zu verlassen, und man nun kaum noch eine ihrer Fußspuren findet. Sie erscheint aber allezeit in ihrer größten Herrlichkeit, ohne Verhüllung, den wahren, guten und redlichen Freimaurern, das heißt den eifrigen Ausrottern des Aberglaubens und der Lüge.« [Bei sorgfältiger Durchsicht dieses Grades wird man sehen, dass unter »Aberglauben und Lüge« die wahre Religion verstanden ist. – Anm. d. Hrsg.]

»Ich hoffe, mein lieber Bruder, Ihr werdet einer ihrer vertrauten Lieblinge sein. Die Beweise, die Ihr gegeben habt, versichern mich alles dessen, was ich von Eurem Eifer zu erwarten habe; denn da unter uns nunmehr nichts mehr geheim sein kann, so werde ich Bruder Wahrheit befehlen, Euch zu unterweisen, was Ihr zu tun habt, um zur wahren Glückseligkeit zu gelangen.«

Nach dieser Rede Vater Adams wird dem Kandidaten der Schleier abgenommen und ihm die Gestalt der Loge oder Ratsversammlung gezeigt, ohne dass irgendein Teil derselben erklärt wird. Bruder Wahrheit fährt sodann folgendermaßen fort:

»Mein lieber Bruder, die heilige Wahrheit spricht zu Euch durch meinen Mund; bevor sie sich Euch aber kundtun kann, verlangt sie von Euch Beweise, durch die sie über Euren Eintritt in den Freimaurerorden befriedigt wird. Sie ist Euch in vielen Dingen erschienen, die Ihr ohne ihren Beistand nicht hättet erfassen oder begreifen können; nun aber, da Ihr das Glück habt, zum strahlenden Tage zu gelangen, kann Euch nichts mehr geheim sein. Lernet also den sittlichen Gebrauch, der von den drei ersten Stücken des Gerätes gemacht wird, die Ihr kennenlerntet, nachdem Ihr als Lehrling aufgenommen worden wart, nämlich: Bibel, Zirkel und Winkelmaß.

Unter der Bibel sollt Ihr verstehen, dass sie das einzige Gesetz ist, dem Ihr folgen sollt. Es ist dasjenige, welches Adam bei seiner Erschaffung empfing und welches der Allmächtige in sein Herz eingrub. Dieses Gesetz heißt das Naturgesetz und zeigt bestimmt, dass es nur einen Gott gibt und dass man nur ihn anbeten soll, ohne jede Unterteilung oder Einschiebung.

Der Zirkel gibt Euch die Fähigkeit, selbst zu urteilen, dass alles, was Gott erschaffen hat, gut ist und dass er der höchste Urheber von allem ist. In sich selbst bestehend, ist nichts weder gut noch böse; denn wir verstehen unter diesem Ausdrucke eine vollbrachte Handlung, die in sich vortrefflich ist, ist relativ und unterwirft sich dem menschlichen Verstande, dem Urteil, um den Wert und Preis einer solchen Handlung zu erkennen; und dass Gott, bei dem alles möglich ist, von seinem Willen nichts mitteilt als was seiner großen Güte gefällt; und alles im Weltall wird so regiert, wie er es mit Gerechtigkeit beschlossen hat, da man es mit den Eigenschaften der Gottheit vergleichen kann.

Ich sage gleichfalls, dass es in ihm nichts Böses gibt, weil er alles mit Genauigkeit gemacht hat und alles nach seinem Willen besteht, folglich so, wie es sein soll. Der Abstand zwischen Gut und Böse bei der Gottheit kann nicht richtiger und deutlicher verglichen werden als mit einem mit dem Zirkel gezogenen Kreise: Aus der Wiedervereinigung der Punkte entsteht ein vollständiger Umkreis; und wenn sich irgendein Punkt insbesondere seinem Punkte gleichmäßig nähert oder sich gleichmäßig von ihm entfernt, so ist dies nur ein schwaches Abbild des Abstandes zwischen Gut und Böse, den wir mit den Spitzen eines Zirkels vergleichen, der einen Kreis bildet, welcher Kreis, wenn er vollendet ist, Gott ist!

Winkelmaß. – Durch das Winkelmaß entdecken wir, dass Gott alles gleich gemacht hat, in derselben Weise, wie Ihr nicht imstande seid, in einem Steinbruche einen Körper vollständig oder vollkommen zu brechen; so hat der Wille des Ewigen, da er die Welt durch einen freien Akt seiner selbst erschuf, jedes Ding wohl vorausgesehen, das infolgedessen möglicherweise geschehen konnte; das heißt, dass alles, was darin enthalten war, zur Zeit der Schöpfung gut war.

Wasserwaage. – Ihr habt auch eine Wasserwaage, ein Senkblei und einen rauen Stein gesehen. Durch die Wasserwaage sollt Ihr lernen, aufrecht und aufrichtig zu sein und Euch nicht von der Menge des blinden und unwissenden Volkes fortreißen zu lassen; allezeit fest und standhaft zu sein, das Recht des Naturgesetzes zu behaupten und die reine und wirkliche Erkenntnis jener Wahrheit, die es lehrt.

Senkblei und rauer Stein. – Darunter sollt Ihr verstehen, dass der senkrechte Mensch, durch die Vernunft geglättet, und den Tadel durch die Vortrefflichkeit unseres Meisters ablegt.

Reißbrett. – Ihr habt das Reißbrett gesehen, um Pläne darauf zu zeichnen. Dieses stellt den Menschen dar, dessen ganze Beschäftigung die Kunst des Denkens ist und der seine Vernunft auf das Gerechte und Vernünftige verwendet.

Kubischer Stein. – Ihr habt den kubischen Stein gesehen, dessen Moral und der Sinn, den Ihr daraus ziehen sollt, darin besteht, Eure Handlungen so zu regeln, dass sie gleichmäßig auf das höchste Gut hingerichtet seien.

Säulen. – Die beiden Säulen lehren Euch, dass alle Maurer sich fest anschließen sollen, um eine Zierde des Ordens wie auch seine Stütze zu werden – wie einst die Säulen des Herkules das Ende der alten Welt bestimmten.

Flammender Stern. – Ihr habt den flammenden Stern gesehen, dessen sittlicher Sinn ist, dass ein wahrer Maurer sich auf dem Wege der Wahrheit vervollkommnet, damit er einem flammenden Sterne gleich werde, der in der dichtesten Finsternis gleichmäßig leuchtet und denen nützlich ist, auf die er scheint und die bereit und begierig sind, aus seinem Lichte Nutzen zu ziehen.

Die ersten Unterweisungen haben Euch zur Kenntnis von Hiram Abiff geführt und der Nachforschungen, die zu seiner Auffindung angestellt wurden. Ihr seid von den Worten, Zeichen und Griffen unterrichtet worden, die an die Stelle jener gesetzt wurden, von denen man fürchtete, sie seien entwendet worden, von denen man aber nachher erfuhr, dass die verräterischen Schurken keine Kenntnis davon hatten erlangen können;

und dies soll Euch ein Beispiel und heilsamer Rat sein, allezeit auf der Hut und wohl überzeugt zu sein, dass es schwer ist, den Schlingen zu entgehen, die uns die Unwissenheit, mit dünkelhafter Meinung verbunden, täglich legt, um uns dadurch zu überwinden; und die tugendhaftesten Menschen sind dem Falle ausgesetzt, weil ihre Arglosigkeit sie ohne Misstrauen macht; in diesem Falle aber sollt Ihr standhaft sein wie unser Ehrwürdiger Vater Hiram, der sich lieber niedermetzeln ließ, als preiszugeben, was er erlangt hatte.

Dies wird Euch lehren, dass Ihr, sobald die Wahrheit in Eurem Herzen befestigt ist, niemals den Entschluss erwägen sollt, den Ihr zu fassen hättet: Ihr müsst leben und sterben, um das Licht zu behaupten, durch das wir das höchste Gut erlangen; wir dürfen uns niemals dem Umgange mit Ungeweihten aussetzen und müssen selbst gegen die, mit denen wir am vertrautesten sind, behutsam sein und uns niemandem preisgeben als denen, deren Charakter und Betragen sie als Brüder erwiesen haben, die würdig sind, in das heilige Heiligtum zu kommen und darin zu erscheinen, wo die heilige Wahrheit ihre Orakel erteilt.

Ihr habt den Geheimen und den Vollkommenen Meister durchlaufen; Ihr seid mit einem elfenbeinernen Schlüssel geschmückt worden, einem Sinnbilde Eurer Auszeichnung; Ihr habt die Aussprache des unaussprechlichen Namens des Großen Baumeisters des Weltalls empfangen und seid an die erste Schranke des Heiligtums gestellt worden; Ihr habt Rang unter den Leviten erhalten, nachdem Ihr das Wort Zizon kanntet, welches ›Schranke der Leviten‹ bedeutet, wo alle jene so gut wie Ihr gestellt sind, um die Erkenntnis der erhabensten Mysterien zu erwarten.

Sarg und Seil. – Im Grade des Vollkommenen Meisters hat man Euch ein Grab, einen Sarg und ein Weidenseil gezeigt, um den Leichnam aufzuheben und in einer Gruft beizusetzen, die in Gestalt einer Pyramide errichtet war, auf deren Spitze ein Dreieck stand, in welchem der heilige Name des Ewigen war, und auf dem Pflaster lagen die beiden Säulen Jachin und Boas kreuzweise.

Elfenbeinerner Schlüssel. – Unter dem elfenbeinernen Schlüssel sollt Ihr verstehen, dass Ihr Euer Herz nur zur rechten Zeit ohne Gefahr öffnen könnt. Durch den Leichnam und das Grab wird der Zustand des Menschen dargestellt, ehe er das Glück unseres Ordens kennengelernt hatte!

Seil. – Das Seil, an das der Sarg gebunden ist, um ihn aufzuheben, ist das Sinnbild der Erhebung einer Einheit, wie Ihr aus dem Grabe der Unwissenheit an den himmlischen Ort erhoben worden seid, wo die Wahrheit wohnt.

Pyramide. – Die Pyramide stellt den wahren Maurer dar, der sich stufenweise erhebt, bis er den Himmel erreicht, um den heiligen und unwandelbaren Namen des Ewigen Höchsten anzubeten.

Vertrauter Geheimschreiber

Dieser neue Grad führt Euch nahe zu Salomon und zur Ehre, und nachdem Ihr Euren Eifer verdoppelt hattet, erlangtet Ihr neue Ehren und Gunstbezeigungen, nachdem Ihr durch Neugierde beinahe Euer Leben verloren hättet; welche Anhänglichkeit an die Maurerei Euch die guten Eigenschaften Eures Herzens verlieh, Euch Gnade finden ließ und Euch zum ›Intendanten der Gebäude‹ führte, wo Ihr einen flammenden Stern sahet, einen großen siebenarmigen Leuchter, Altäre, Gefäße und Reinigung und ein großes ehernes Meer.

Flammender Stern. – Unter dem Ausdrucke Reinigung sollt Ihr verstehen, dass Ihr von Gottlosigkeit und Vorurteil gereinigt werden müsst, ehe Ihr beim Durchgang durch den anderen Grad mehr von der erhabenen Erkenntnis erwerben könnt, um das strahlende Licht der Vernunft, von der Wahrheit erleuchtet, ertragen zu können, dessen Bild der flammende Stern ist.

Leuchter und sieben Arme. – Bei dem siebenarmigen Leuchter sollt Ihr Euch der geheimnisvollen Zahl der sieben Meister erinnern, die ernannt wurden, um einem nachzufolgen; und von jener Zeit an wurde beschlossen, dass sieben miteinander vereinigte Ritter der Maurerei befugt seien, in die Maurerei einzuweihen und den Eingeweihten die sieben Gaben des Ewigen zu zeigen, von denen wir Euch vollkommene Kenntnis geben werden, wenn Ihr im ehernen Meere gereinigt worden seid.

Ehernes Meer. – Ihr seid vom ›Geheimen‹ und ›Vollkommenen Meister‹ zum ›Vertrauten Geheimschreiber‹, ›Vorsteher und Richter‹ und ›Intendanten der Gebäude‹ übergegangen. In diesen Graden hat man Euch ein Kästchen aus Ebenholz, einen aufgehängten Schlüssel, eine Waage und eine flammende Urne gezeigt.

Ebenholzkästchen. – Das Ebenholzkästchen zeigt Euch, mit welcher gewissenhaften Aufmerksamkeit Ihr die Euch anvertrauten Geheimnisse bewahren und im Schreine Eures Herzens verschließen sollt, dessen Sinnbild das Kästchen ist. Und wolltet Ihr über die schwarze Farbe des besagten Kästchens nachdenken, so würde sie Euch lehren, Eure Geheimnisse mit einem dichten Schleier zu bedecken, so dass die profanen Ungeweihten unmöglich irgendeine Kenntnis davon haben können.

Schlüssel. – Der Schlüssel beweist, dass Ihr bereits einen Schlüssel zu unserer Erkenntnis und einen Teil unserer Mysterien erlangt habt; und wenn Ihr Euch gegen Eure Brüder mit Billigkeit, Inbrunst und Eifer betragt, so werdet Ihr in Kürze zur Erkenntnis und zum Sinne unserer Gesellschaft gelangen, und dies zeigt den Grund der Waage an.

Flammende Urne. – Unter der flammenden Urne sollt Ihr verstehen, dass Ihr, so weit Ihr zur Erkenntnis der königlichen und erhabenen Kunst gelangt, durch Euer Betragen in den Gemütern Eurer Brüder und der Gemeinen eine hohe Vorstellung von Eurer Tugend hinterlassen müsst, gleich dem Wohlgeruche der brennenden Urne.

Zwei Könige. – Im Grade des Vertrauten Geheimschreibers habt Ihr zwei Könige gesehen und gehört, die ihr neues Bündnis und gegenseitiges Versprechen schlossen und von der Vollendung ihres großen Unternehmens redeten. Sie sprachen vom Tode Hiram Abiffs, unseres Vortrefflichen Meisters. Ihr sahet Wachen und den Aufseher des Mannes, der wegen seiner Neugierde im Lauschen sehr nahe daran war, getötet zu werden. Ihr hörtet auch von dem Entwurfe eines Planes, das Gewölbe genannt, um den kostbaren Schatz der Maurerei darin niederzulegen, wenn die Zeit erfüllt wäre, und Ihr wurdet danach ein Bruder.

Das Gespräch der beiden Könige ist das Bild und der Bericht, dass unsere Gesetze mit dem Naturgesetze übereinstimmen müssen, welches eine vollkommene Übereinstimmung mit den Annehmlichkeiten bildet, und verspricht denen, die das Glück haben werden, mit Euch in derselben Weise und vollkommenem Bündnisse verbunden zu sein, dass sie danach zum Mittelpunkte der wahren Erkenntnis gelangen werden.

Tränen. – Die Tränen und das Bedauern der beiden Könige sind das Sinnbild des Bedauerns, das Ihr empfinden sollt, wenn Ihr einen Bruder vom Wege der Tugend abweichen seht.

Der Lauscher. – Der Mann, den Ihr lauschen sahet und der entdeckt, ergriffen und zum Tode geführt wurde, *ist ein Sinnbild jener, die aus einem Beweggrunde der Neugierde kommen, um in unsere heiligen Mysterien eingeweiht zu werden; und wenn sie so unbesonnen sind, ihre Verpflichtungen zu verraten, SO SIND WIR VERPFLICHTET, IHREN TOD HERBEIZUFÜHREN UND DEN VERRAT DURCH DIE VERNICHTUNG DES VERRÄTERS ZU RÄCHEN!* (1)

(1) Seit der Opferung William Morgans und der Veröffentlichung seiner »Illustrations« haben die Maurer prahlerisch gesagt: »Wenn die Strafe unserer Gesetze der Tod ist, so ist niemand verpflichtet, sie zu vollziehen.« Die Maurerei aber sagt: »Wir sind verpflichtet, den Verrat durch die Vernichtung des Verräters zu rächen«; »Wir sind verpflichtet, seinen Tod herbeizuführen!«

Lasset uns den Ewigen bitten, unseren Orden vor einem solchen Übel zu bewahren, wovon Ihr ein Beispiel in jenem Grade gesehen habt, zu dem Ihr durch Euren Eifer, Eure Inbrunst und Beständigkeit gelangt seid. In jenem Grade habt Ihr bemerkt, dass von allen Günstlingen, die sich damals im Gemache Salomons befanden, nur neun auserwählt wurden, den Tod Hiram Abiffs zu rächen; dies bestätigt, dass oft viele berufen, aber wenige auserwählt sind.

Um dieses Rätsel zu erklären: Sehr viele der Profanen haben das Glück, sich dieses Namens zu entledigen, unser Heiligtum zu sehen und Eintritt darin zu erlangen; aber sehr wenige sind beständig, eifrig und inbrünstig genug, um das Glück zu verdienen, zur Höhe und Erkenntnis der erhabenen Wahrheit zu gelangen.

Erfordernisse zu einem guten Maurer. – Wenn Ihr mich fragt, welche Eigenschaften ein Maurer besitzen muss, um zum Mittelpunkte der Wahrheit zu gelangen, so antworte ich Euch:

Ihr müsst der Schlange der Unwissenheit den Kopf zertreten. Ihr müsst das Joch kindischer Vorurteile hinsichtlich der Mysterien der herrschenden Religion abschütteln, deren Kult nur eingebildet und allein auf den Geist des Hochmutes gegründet gewesen ist, der danach trachtet, zu befehlen, sich hervorzutun und an der Spitze des gemeinen Haufens zu stehen, indem er eine äußere Reinheit zur Schau trägt, die eine falsche Frömmigkeit kennzeichnet, verbunden mit dem Verlangen, zu erwerben, was ihm nicht gehört, und die allezeit der Gegenstand dieses äußeren Hochmutes und die unversiegliche Quelle vieler Unordnungen ist;

welche, mit der Schlemmerei verbunden, die Tochter der Heuchelei ist, jedes Mittel gebraucht, um fleischliche Begierden zu befriedigen, und diesen herrschenden Leidenschaften Altäre errichtet, auf denen sie ohne Unterlass das Licht der Ungerechtigkeit unterhält und beständig der Üppigkeit, der Wollust, dem Hasse, dem Neide und dem Meineide Opfer darbringt.

Siehe, mein lieber Bruder, das ist es, was du bekämpfen und zerstören musst, ehe du zur Erkenntnis des wahren Gutes und der höchsten Glückseligkeit gelangen kannst! Siehe dieses Ungeheuer, das du überwinden musst – eine Schlange, die WIR als einen Götzen verabscheuen, der von den Toren und dem gemeinen Volke unter dem Namen RELIGION angebetet wird!!!

[Hier werden in der Tat die Grundsätze der Maurerei in aller Deutlichkeit gelehrt; und wenn der Leser bisher für das Wesen und die Richtung der Einrichtung blind gewesen ist, so, dünkt mich, kann er sie jetzt sehen! Hier sieht der Christ seinen gebenedeiten Christus verworfen – sich selbst der niedrigsten Verbrechen beschuldigt – als Tor verurteilt – seinen Gottesdienst eingebildet – seine Religion auf den Geist des Hochmutes gegründet, die Tochter der Heuchelei – eine Schlange, ein Ungeheuer, einen von der Maurerei verabscheuten Götzen! – Anm. d. Hrsg.]

Salomon, König Hiram und der heilige Johannes der Täufer. – In den Graden ›Auserwählter der Fünfzehn, Erlauchte Ritter, Großmeister-Architekten und Königliches Gewölbe‹ (2) habt Ihr viele Dinge gesehen, die nur eine Wiederholung dessen sind, was Ihr bereits geprüft habt.

(2) Ritter des neunten Gewölbes.

Ihr werdet in jenen Graden stets Anfangsbuchstaben finden, eingeschlossen in verschiedene Dreiecke oder Deltas. Ihr habt auch den Planeten Merkur gesehen, die Kammer, genannt Gabaon oder der Dritte Himmel; die Wendeltreppe – die Bundeslade – das Grab Hiram Abiffs gegenüber der Lade und der Urne – den kostbaren Schatz, gefunden von den emsigen Wanderern – die drei eifrigen Maurerbrüder – die Bestrafung des hochmütigen Meistermaurers, indem er unter den alten Ruinen Henochs begraben wurde – und endlich habt Ihr die Gestalten Salomons, Hirams, des Königs von Tyrus, und des heiligen Johannes des Täufers gesehen.

3 I. I. I. – Durch die 3 I. I. I. kennt Ihr die drei heiligen Namen des Ewigen und den Berg Gabaon (Dritter Himmel), zu dem Ihr über sieben Stufen gelangt seid, welche die Wendeltreppe bilden.

Die sieben Sterne stellen die sieben hauptsächlichen und verschiedenen Grade dar, zu denen Ihr gelangen müsst, um die Höhe der Herrlichkeit zu erreichen, die durch den Berg dargestellt wird, wo man ehemals dem Allerhöchsten opferte! Wenn Ihr dahin gelangt, sollt Ihr Euch in Euren Leidenschaften bezwingen, indem Ihr nichts tut, was nicht in unseren Gesetzen vorgeschrieben ist.

Durch den Planeten Merkur werdet Ihr gelehrt, beständig jenen zu misstrauen, sie zu meiden und vor ihnen zu fliehen, die durch eine falsche Übung Verkehr mit Leuten von lasterhaftem Leben pflegen, welche die heiligsten Mysterien zu verachten scheinen; das heißt, Euch von denen zu trennen, die aus gemeiner Furcht oder schlechtem Verständnis bereit sind, die feierlichen Verpflichtungen zu verleugnen, die sie unter uns eingegangen sind. Wenn Ihr an den Fuß unseres Gewölbes kommt, sollt Ihr begreifen, dass Ihr zum Sanctum Sanctorum (Allerheiligsten) kommt.

Ihr dürft nicht zurückkehren, sondern müsst vielmehr darin verharren, die Herrlichkeit unseres Ordens und die Wahrheit unserer Gesetze, Grundsätze und Mysterien zu behaupten, ebenso wie unser Ehrwürdiger Vater Hiram Abiff, der verdiente, wegen seiner Beständigkeit und Treue dort begraben zu werden. Wir haben ein weiteres Beispiel in der Festigkeit des Galaad, des Sohnes des Sophonia, des Obersten der Leviten unter dem Hohenpriester Surnam, wie in der Geschichte der Vollkommenheit erwähnt wird. Lernet in diesem Augenblicke, mein lieber Bruder, was Ihr unter den Gestalten Salomons, Hirams, des Königs von Tyrus, und des heiligen Johannes des Täufers zu verstehen habt.

Die beiden ersten spornen Euch durch ihren Eifer in der königlichen Kunst an, dem erhabenen Wege zu folgen, dessen Stifter Salomon und dessen Stütze Hiram von Tyrus war – ein Titel, der jenem Könige rechtmäßig zukommt, der den Orden nicht nur beschützte, sondern mit aller Macht zum Bau des Tempels beitrug (indem er Steine aus Tyrus und die Zedern des Libanon lieferte), den Salomon zur Ehre des Allmächtigen erbaute.

Der dritte, der heilige Johannes der Täufer, lehrt Euch, Wunderbares von diesem Orden zu verkünden, was so viel heißt als: Ihr sollt geheime Missionen unter den Menschen unternehmen, von denen Ihr glaubt, dass sie im Begriffe sind, den Weg der Wahrheit zu betreten, damit sie eines Tages ihre Tugenden und ihr Antlitz unverhüllt sehen können.

Hiram Abiff war das Sinnbild der Wahrheit auf Erden. Jubelum Akirop wurde von der Schlange der Unwissenheit angeklagt, die bis auf diesen Tag in den Herzen der Profanen und Furchtsamen Altäre errichtet. Diese Profanität, von einem schwärmerischen Eifer unterstützt, wird ein Werkzeug der religiösen Herrschaft, die den ersten Streich in das Herz unseres teuren Vaters Hiram Abiff führte; das heißt, sie untergrub den Grund des himmlischen Tempels, den der Ewige selbst zur erhabenen Wahrheit und zu seiner Ehre zu errichten befohlen hatte.

Das erste Zeitalter der Welt ist Zeuge dessen gewesen, was ich vorgebracht habe. Das einfache Naturgesetz gewährte unseren ersten Vätern das ununterbrochenste Glück; sie waren in jenen Zeiten tugendhafter; sobald aber das ›Ungeheuer des Hochmutes‹ in der Luft auftauchte und sich jenen unglücklichen Sterblichen zeigte, versprach es ihnen jeden Sitz der Glückseligkeit und verführte sie durch seine sanften und bezaubernden Reden, nämlich: ›sie müssten dem Ewigen Schöpfer aller Dinge eine Anbetung mit mehr Bezeugung und in größerem Umfange erweisen, als sie bisher getan hätten‹ usw.

Diese Hydra mit ›hundert Köpfen‹ hat damals die Menschen irregeführt und führt bis auf diesen Tag jene irre, die so schwach sind, sich ihrer Herrschaft zu unterwerfen; und sie wird fortbestehen bis zu dem Augenblicke, wo der wahre Auserwählte erscheinen und sie gänzlich vernichten wird.

Der Grad des ›Erhabenen Auserwählten‹, den Ihr durchlaufen habt, gibt Euch die Kenntnis jener Dinge, die Euch zum wahren und gediegenen Gute führen.

Der große Kreis [im Original abgebildet: drei konzentrische Kreise] stellt die Unermesslichkeit des Ewigen Höchsten dar, der weder Anfang noch Ende hat. Das Dreieck oder Delta [im Original abgebildet: Dreieck mit G an der Spitze, S links, U rechts und G in der Mitte] ist die geheimnisvolle Figur des Ewigen. Die drei Buchstaben, die Ihr seht, bedeuten Folgendes: G an der Spitze des Dreiecks ›die große Ursache der Maurer‹; das S zur linken Hand ›die Unterwerfung unter denselben Orden‹ (submission); und das U zur rechten Hand ›die Einigkeit, die unter den Brüdern herrschen soll‹ (union); welche zusammen nur einen Körper oder eine in allen Teilen gleiche Figur bilden. Dies ist das sogenannte ›gleichseitige‹ Dreieck.

Der große Buchstabe G in der Mitte des Dreiecks bedeutet ›Großer Baumeister des Weltalls‹, der Gott ist; und in diesem unaussprechlichen Namen finden sich alle göttlichen Eigenschaften. Dass dieser Buchstabe in die Mitte des Dreiecks gesetzt ist, soll uns zu verstehen geben, dass jeder wahre Maurer ihn tief in seinem Herzen tragen muss.

Es gibt noch ein anderes Dreieck [im Original abgebildet: Dreieck mit B an der Spitze, S links, N rechts], auf dem S, B und N eingegraben sind, wovon Ihr in einem vorhergehenden Grade eine Erklärung erhalten habt. Dieses Dreieck bezeichnet die Verbindung der Brüder in der Tugend, das feierliche Versprechen, das sie einander gegeben haben, einander zu lieben, zu helfen, beizustehen und die Mysterien der vorgesetzten Vollkommenheit bei allen ihren Unternehmungen unverbrüchlich geheim zu halten. In jenem Grade heißt es, ›Ihr seid in den Dritten Himmel eingetreten‹; das bedeutet, Ihr seid an den Ort eingetreten, wo die reine Wahrheit wohnt, seit sie die Erde den Ungeheuern überließ, die sie verfolgten.

Der Zweck des Grades der Vollkommenheit ist eine Vorbereitung, um deutlicher zur Erkenntnis der wahren Glückseligkeit zu gelangen, indem man ein wahrer Maurer wird, erleuchtet vom himmlischen Gestirn der Wahrheit, indem man freiwillig aller Anbetung entsagt außer derjenigen, die dem einen Gotte dargebracht wird, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, dem großen, guten und barmherzigen.

Die Ritter vom Osten, die Fürsten von Jerusalem und die Ritter vom Osten und Westen sind uns in unseren Tagen als die erneuerte Maurerei bekannt, und alle führen uns zu demselben Ziele der himmlischen Wahrheit, das heißt: vollendet.

Die Ritter des ›Weißen und Schwarzen Adlers‹ und die ›Erhabenen Fürsten des Königlichen Geheimnisses‹ und der ›Großkommandeur‹ sind die Häupter des großen Unternehmens des Ordens im Allgemeinen.« (Ende der Rede des Bruders Wahrheit.)

Vater Adam spricht dann zu dem Kandidaten: »Mein lieber Sohn, was Ihr aus dem Munde der Wahrheit gehört habt, ist ein Auszug aller Folgerungen aus allen Graden, die Ihr durchlaufen habt, um zur Erkenntnis der heiligen Wahrheit zu gelangen, zusammengefasst in Euren letzten Verpflichtungen. Beharrt Ihr auf Eurem Verlangen, zum heiligen Bruder zu kommen, und ist es das, was Ihr mit lauterem Herzen begehrt? – antwortet mir.«

Der Kandidat antwortet: »Ich beharre.« Dann spricht Vater Adam: »Bruder Wahrheit, da die Wahrheit beharrt, so tretet mit ihm zum Heiligtum, damit er eine feierliche Verpflichtung ablege, unseren Gesetzen, Grundsätzen und Sitten zu folgen und sich für immer an uns anzuschließen.« Dann fällt der Kandidat auf die Knie, Vater Adam nimmt seine Hände zwischen die seinen, und der Kandidat wiederholt dreimal folgende Verpflichtung:

Verpflichtung. »Ich, ——, verspreche im Angesicht Gottes, zwischen den Händen meines Souveräns und in Gegenwart aller hier anwesenden Brüder, niemals, weder mittelbar noch unmittelbar, in irgendeiner Verschwörung die Waffen gegen meinen König zu ergreifen. Ich verspreche, keinen der Grade des Ritters der Sonne, der mir nun anvertraut werden soll, irgendeiner Person oder irgendwelchen Personen zu offenbaren, die nicht gehörig befähigt sind, ihn zu empfangen; und niemals meine Zustimmung zur Aufnahme irgendjemandes in unsere Mysterien zu geben, außer nach der gewissenhaftesten Umsicht und voller Kenntnis seines Lebens und Wandels, und wenn er allezeit vollen Beweis seines Eifers und seiner glühenden Anhänglichkeit an den Orden sowie seiner jederzeitigen Unterwerfung unter den Gerichtshof der Souveränen Fürsten des Königlichen Geheimnisses gegeben hat.

Ich verspreche, den Grad der Ritter der Sonne niemals ohne schriftliche Erlaubnis des Großen Rates der Fürsten des Königlichen Geheimnisses oder des Großinspektors oder seines Stellvertreters, die durch ihre Titel und ihre Vollmacht bekannt sind, zu erteilen. Ich verspreche auch und schwöre, dass ich niemandem durch meine Mittel behilflich sein werde, eine Loge der Erhabenen Orden auf dieser Insel (oder in Amerika, je nachdem) ohne gehörige Vollmacht zu bilden oder zu errichten.

Ich verspreche und schwöre, meinen Eifer für alle meine Brüder, Ritter und Fürsten, anwesende wie abwesende, zu verdoppeln; und wenn ich diese meine Verpflichtung breche, so willige ich ein, dass alle meine Brüder, wenn sie von meiner Treulosigkeit überzeugt sind, mich ergreifen, mir die Zunge mit einem glühenden Eisen durchbohren, mir beide Augen ausreißen und mich des Geruches und Gehöres berauben, mir beide Hände abhauen und mich in diesem Zustande auf dem Felde aussetzen, um von den gefräßigen Tieren verschlungen zu werden; und wenn sich keine finden, so wünsche ich, dass der Blitz des Himmels dieselbe Rache an mir vollstrecke. O Gott! erhalte mich in Recht und Billigkeit. Amen. Amen. Amen.«

Nachdem die Verpflichtung dreimal wiederholt ist, hebt Vater Adam den Kandidaten auf und gibt ihm einen Kuss auf die Stirn, als den Sitz der Seele. Dann schmückt er ihn mit dem Halsband und dem Kleinod des Ordens und gibt ihm folgendes Zeichen, Griff und Wort: * * * *

Nachdem ihm diese gegeben sind, geht der Kandidat herum und gibt sie jedem, was ihn wieder zu Vater Adam zurückführt. Dann setzt er sich mit den übrigen Brüdern nieder, und Bruder Wahrheit gibt folgende Erklärung der Philosophischen Loge:

Sonne. – Die Sonne stellt die Einheit des Ewigen Höchsten dar, das einzige große Werk der Philosophie.

3 S. S. S. – Die 3 S. S. S. bedeuten Stiletto, Sidech, Solo oder den Wohnsitz des Souveränen Meisters aller Dinge.

Drei Leuchter. – Die drei Leuchter zeigen uns die drei Grade des Feuers.

Vier Dreiecke. – Die vier Dreiecke stellen die vier Elemente dar.

Sieben Planeten. – Die sieben Planeten bezeichnen die sieben Farben, die in ihrem ursprünglichen Zustande erscheinen und von denen wir so viele verschiedene künstliche haben.

Sieben Cherubim. – Die sieben Cherubim stellen die sieben Metalle dar, nämlich: Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei, Zinn und Quecksilber.

Die Empfängnis im Monde. – Die Empfängnis oder das im Monde aufsteigende Weib zeigt die Reinheit, in der die Materie besteht, um in ihrem reinen Zustande, mit keinem anderen Körper vermischt, zu verbleiben, aus der ein neuer König hervorgehen muss und eine Umwälzung oder Fülle der Zeit, voll Herrlichkeit, deren Name Albra-est ist.

Heiliger Geist. – Der Heilige Geist unter dem Sinnbilde einer Taube ist das Bild des Allgemeinen Geistes, der allem in den drei Reichen der Natur Licht gibt: dem »tierischen«, dem »pflanzlichen« und dem »mineralischen«.

Eingang des Tempels. – Der Eingang des Tempels wird Euch durch einen Körper dargestellt, weil das große Werk der Natur vollkommen ist wie das Gold, tragbar und feuerbeständig.

Kugel. – Die Kugel stellt die Materie im Urzustande [im Original: »prijenal«] dar, das heißt vollkommen.

Merkurstab. – Der Merkurstab (Caduceus) stellt den doppelten Merkur dar, den Ihr aus der Materie ziehen müsst, das heißt den fixierten Merkur, und daraus werden Gold und Silber gezogen.

Stibium. – Das Wort Stibium bedeutet den Spießglanz (Antimon), aus dem durch das philosophische Feuer ein Alkali gewonnen wird, das wir in unser großes Werk gießen. – (Ende der philosophischen Erklärung.) Dann erklärt Vater Adam die

Moralische Loge

Sonne. – Die Sonne stellt die Gottheit des Ewigen dar; denn wie es nur eine Sonne gibt, um die Erde zu erleuchten und zu beleben, so gibt es nur einen Gott, dem wir unsere höchste Anbetung schuldig sind.

3 S. S. S. – Die 3 S. S. S. lehren Euch, dass die Wissenschaft, mit Weisheit geschmückt, einen heiligen Menschen schafft.

Drei Leuchter. – Die drei Leuchter sind das Bild des menschlichen Lebens, betrachtet in der Jugend, im Mannesalter und im Greisenalter; und glücklich sind jene, die in diesen Lebensaltern vom Lichte der Wahrheit erleuchtet worden sind.

Vier Dreiecke. – Die vier Dreiecke zeigen uns die vier Hauptpflichten, die unser ruhiges Leben schaffen, nämlich: Erstens, brüderliche Liebe unter den Menschen im Allgemeinen und besonders unter den Brüdern, die mit uns im gleichen Grade stehen. Zweitens, nichts zu besitzen als zum Gebrauche und Nutzen eines Bruders. Drittens, an jeder Sache zu zweifeln, die Euch nicht klar bewiesen werden kann, wodurch in Sachen der Religion etwas als geheimnisvoll eingeschmuggelt und Ihr so von der heiligen Wahrheit abgelenkt werden könntet. Viertens, niemals einem anderen etwas zu tun, was Ihr nicht wolltet, dass man Euch täte. Die letzte Vorschrift, wohl verstanden und bei allen Gelegenheiten befolgt, ist das wahre Glück der Philosophie.

Sieben Planeten. – Die sieben Planeten stellen die sieben Hauptleidenschaften des Menschen dar.

Sieben Cherubim. – Die sieben Cherubim sind die Bilder der Freuden des Lebens, nämlich durch Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Ruhe und Gesundheit.

Empfängnis. – Die Empfängnis im Monde zeigt die Reinheit der Materie und dass nichts in den Augen des Höchsten unrein sein kann.

Heiliger Geist. – Der Geist ist das Bild unserer Seele, die nur der Hauch des Ewigen ist und durch die Werke des Leibes nicht befleckt werden kann.

Tempel. – Der Tempel stellt unseren Leib dar, den wir durch unsere natürlichen Gefühle zu erhalten verpflichtet sind.

Gestalt eines Mannes. – Die Gestalt im Eingange des Tempels, die ein Lamm in den Armen trägt, lehrt uns, auf unsere Bedürfnisse achtzuhaben, wie ein Hirt für seine Schafe sorgt; liebreich zu sein und niemals die gegenwärtige Gelegenheit, Gutes zu tun, vorübergehen zu lassen, redlich zu arbeiten und diesen Tag so zu leben, als wäre er unser letzter.

Säulen Jachin und Boas. – Die Säulen J. und B. sind die Sinnbilder der Stärke unserer Seelen, um Unglück wie Erfolg im Leben gleichmütig zu tragen.

Sieben Stufen des Tempels. – Die sieben Stufen des Tempels sind die Bilder der sieben Grade, die wir durchlaufen müssen, ehe wir zur Erkenntnis des wahren Gottes gelangen.

Kugel. – Die Kugel stellt die Welt dar, die wir bewohnen.

Lux ex tenebris. – Der Wahlspruch Lux ex tenebris (Licht aus der Finsternis) lehrt, dass der Mensch, wenn er von der Vernunft erleuchtet ist, die Finsternis und Dunkelheit zu durchdringen vermag, welche Unwissenheit und Aberglaube verbreiten.

Fluss. – Der Fluss quer über der Kugel stellt den Nutzen der Leidenschaften dar, die dem Menschen im Laufe seines Lebens ebenso notwendig sind, wie das Wasser der Erde vonnöten ist, um ihre Pflanzen zu erquicken.

Umwundenes Kreuz. – Das von zwei Schlangen umwundene Kreuz bedeutet, dass wir die gemeinen Vorurteile überwachen und sehr behutsam sein müssen, etwas von unserer Erkenntnis und unseren Geheimnissen mitzuteilen, besonders in Sachen der Religion. – (Ende der moralischen Erklärung.)

aus: Michael Müller, CSsR, Die Feinde der Kirche S. 33 – S. 55 in: Gott, der Lehrer der Menschheit, 1880

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Tags: Freimaurerei
Pflichten der Gottesverehrung 3. Das Gebet
Sünden gegen die Religion durch Übermaß

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