Rechenschaft über die Missionierung

Jesu letzter Wille: Zwei afrikanische Kinder suchen Jesus

Das Missionsgebot Jesu

Rechenschaft über die Missionierung beim jüngsten Gericht

Sechster Glaubensartikel

„Aufgefahren in den Himmel sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters.“

Unmittelbar vor seiner Himmelfahrt gab der Heiland den großen, erhabenen Auftrag zur Weltmission. Das herrliche Wunder der Himmelfahrt ist wie ein göttliches Siegel unter dieses Testament.

Jesus steht auf dem Ölberg inmitten aller seiner Jünger und Anhänger. Er nimmt Abschied von ihnen und tut ihnen seinen letzten Willen kund. Mit göttlicher Majestät spricht er: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet also hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe; und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Mt. 28, 18-20)

Das ist Jesu letzter Wille. Und zum Beweis, dass er Macht hat, eine solche überwältigende Sprache zu führen, fährt er sichtbar vor den Augen seiner Jünger aus eigener Machtvollkommenheit zum Himmel empor.

Seit dieser ewig denkwürdigen Stunde gibt es eine Missionspflicht, ein strenges Gebot aus göttlichem Mund, die ganze Menschheit zum Glauben an Jesu Lehre und durch die Taufe zum Eintritt in seine Kirche zu führen. Das Missionswerk ist keine Liebhaberei, keine Sache des freien Willens oder des Mitleids. Es ist Jesu heiliges Testament, das streng und treu von seiner Kirche und all ihren Kindern ausgeführt werden muss.

Für die guten Katholiken aber muss es selbstverständlich eine Herzensangelegenheit sein, das Vermächtnis Jesu mit größter Gewissenhaftigkeit und liebeglühendem Eifer zu ehren und zu erfüllen. Hier kann jeder erweisen, wieviel ihm Jesus gilt, wie treu er seinen Willen tut, wie tätig er für seine Ehre eifert.

Zur Rechten des Vaters aber thront nun in ewiger Verklärung der Stifter des heiligen Missionswerkes. Sein Auge schaut auf uns und prüft, wie eifrig oder wie lau wir sein Testament ausführen. Die eifrigen Missionsfreunde wird es einst segnen und belohnen; die Vernachlässigung seines letzten Willens aber bestrafen. (Siehe H. Fischer SVD, Jesu letzter Wille, 11)

Siebter Glaubensartikel

„Von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Tote.“

Alle Menschen ohne Ausnahme werden vor dem Richterstuhl Jesu Christi erscheinen müssen. „Es kommt die Stunde, in der alle, die in Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und sie werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichtes.“ (Joh 5, 28–30)

Auch alle Menschen, die als Heiden, fern von den Gnadenmitteln der katholischen Kirche gestorben sind, werden gerichtet werden. Allerdings wird kein Heide ohne seine persönliche Schuld ewig verdammt werden. Wir haben auch keine Ahnung, wie viele Heiden durch die Begierdetaufe gerettet werden, wie viele aber ewig verloren gehen. Aber sicher wissen wir, dass es ein großes Unglück ist, nicht in der wahren Kirche Christi sein Heil wirken zu können.

Die Christen, welche schuldig sind, dass die Heiden nicht zum Glauben an Christus gekommen sind und auf den Weg des Heiles geführt werden, werden im Gerichte sich darüber verantworten müssen. Es muss furchtbar sein, aus Gleichgültigkeit, Trägheit, Selbstsucht und Habgier Schuld zu tragen am ewigen Untergang einer durch Christi Blut erlösten Seele.

Anderseits muss es aber auch mit größter Zuversicht und Freude erfüllen, im Gerichte zu hören, dass wir durch treue Mitarbeit beim Missionswerk Seelen gerettet haben, die ohne uns verloren gegangen wären. – Diese Gewissheit, im Gericht Gottes über die eigene Mitarbeit an der Ausführung der göttlichen Missionspflicht sich verantworten zu müssen, ist ein ernster Antrieb zum rechten Missionseifer.

Die Zeit des Jüngsten Gerichts wird nach dem heiligen Evangelium erst eintreten, wenn der ganzen Welt die Lehre Jesu verkündet sein wird. „Das Evangelium muss zuvor allen Völkern gepredigt werden.“ (Mk. 13, 10) – „Und es wird dieses Evangelium vom Reich in der ganzen Welt gepredigt werden, allen Völkern zum Zeugnis, und alsdann wird das Ende kommen“ (Mt. 24, 14). – Dieser Zusammenhang führt beim siebten Glaubensartikel notwendig zur Behandlung des Missionswerkes hin. –
aus: P. Hermann Fischer SVD, Beispielsammlung aus der Heidenmission für den christlichen Unterricht 1922 Missionsdruckerei Steyl, Nr. 150 u. 151

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Missionspredigten von P. Streit OMI:

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Predigt allen Völkern – Weltmission und Weltgericht
Der Akt des Glaubens eines Protestanten

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